Mittwoch, 25. Januar 2017

Brauchen wir noch Demokratie?

„Bisher deutet nichts auf einen demokratischen oder sozialen Hintergrund der Gesetzgebung hin.“ (Lupo Laminetti)
Ich frage mich manchmal: Weiß denn der Einzelne, was gut für das Volk und was gut für das Land ist? Was weiß der Ziegelstein von Architektur, was weiß der Grashalm von der Anlage eines Schlossgartens? Muten wir den einfachen Kassiererinnen und Handwerkern nicht zu viel zu, wenn sie über Politik entscheiden müssen?
Sehen Sie sich die armen Menschen doch an: Sie plagen sich mit ihrer Arbeit, sie ziehen ihre Kinder groß, gehen in den Supermarkt und ins Fitnessstudio. Ihre Zeit ist knapp, das Bedürfnis nach Erholung groß. Tun wir ihnen wirklich einen Gefallen, wenn wir sie mit den schrecklichen Nachrichten aus Deutschland und aller Welt belästigen? Wenn wir sie mit den komplexen Fragestellungen der Politik konfrontieren?
Aus diesem Grund wurde die repräsentative Demokratie erfunden. Man reduziert den Entscheidungsprozess auf wenige Wahlen, die im Turnus von vier oder fünf Jahren stattfinden. Bei diesen Wahlen werden aus dem Angebot professioneller Politikagenturen sogenannte Volksvertreter gewählt, die den Bürgern die Last der Information und der Details abnehmen.
Das Problem ist die Wiederwahl. Um sich immer wieder neu im Amt bestätigen zu lassen, muss man per Meinungsumfrage und Medienstudium dem Volks „aufs Maul schauen“ (merke: das Stimmvieh hat ein Maul, keine Münder). Dadurch gelangen leider auch die populistischen Vorschläge irregeleiteter Bürger (Stichworte: Fake News, Social Media, Putin-Trolle) in den politischen Entscheidungsprozess, wo sie den Profi nur stören. Im Ernst: Würden Sie die Aufstellung der Fußballnationalmannschaft achtzig Millionen Amateuren überlassen oder doch lieber auf das goldene Händchen von Jogi Löw vertrauen?
Daher schlage ich vor, es mit den Wahlen in Zukunft sein zu lassen. Es bringt den Profis im politischen Prozess nichts und die Bürger würden entlastet. Man sollte auch generell weniger Nachrichten zulassen. Die Flut schrecklicher Bilder und bedrückender Informationen ist längst zu einer unerträglichen Belastung für die Bevölkerung geworden. Das Volk sollte vielmehr in Form von Abordnungen gesittet und geordnet in Kontakt zur Welt der Politik treten.
Die Zunft der Krämer wird durch ihren Lobbyisten vertreten, die Zunft der Apotheker schickt ihre Leute usw. Schon heute ist dieses System im Prinzip vorhanden und funktioniert reibungslos. So werden alle Interessen, die es im Volk gibt, doch auch abgebildet, ohne dass der einzelne Krämer oder der einzelne Apotheker sich Gedanken um sein Wohl machen müsste.
In der Industrie werden schließlich auch keine Wahlen abgehalten. Der Industrielle vererbt sein Vermögen und seine Fabriken an die nächste Generation. So wird verhindert, dass Amateure Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen nehmen. Der Nachwuchs wird schon in jungen Jahren auf diese Aufgabe vorbereitet und ist daher auch in der Lage, die Geschäfte bruchlos weiterzuführen.
Daran sollte sich die Politik ein Beispiel nehmen. Warum haben wir neben dem Geldadel nicht auch einen Politikadel, in dem Ämter von Generation zu Generation weitergegeben werden? Als letzten Schritt empfehle ich, die Namen der Politiker diesem Prinzip anzupassen. Dann heißt es nicht mehr Angela Merkel und Sigmar Gabriel, sondern Angela von der CDU und Sigmar von der SPD. Klingt doch ganz schick, oder?
John Watts – I Smelt Roses In The Underground. https://www.youtube.com/watch?v=NSsN7M_Jc_o

Kommentare:

  1. Ich bin für Monarchie, mit Bonetti als König. Zu seinem Geburtstag hätten die Kinder schulfrei und alle erwachsenen Männer bekämen zwei Freibier.


    Alternative: Einfach ausschreiben,die Regierung. Vier Jahre Einnahmen und Ausgaben managen bei Nachweis von Berufshaftpflicht, Referenzen, steuerlicher Unbedenklichkeit, Krankenkasse usw. So ein Steuerberatungsbüro kommt viel billiger und schlechter sind die auch nicht.

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    1. Wenn ich vom Bett aus regieren dürfte, wäre ich dabei :o)

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    2. Lieber Andy, Du wolltest wissen, wo die Figuren von "Christel Lechner" zu finden sind? Google einfach ihren Namen, Du findest sie bundesweit, bei uns waren sie nur einen Sommer. Aber die Menschen waren sehr froh, es gab viel Lachen, Unterhaltung mit fremden Menschen...

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    3. Liebe Roswitha, vielen Dank. Sehr schöne Bilder im Netz. Vielleicht baue ich mal was in meinen Blog ein oder schreibe was über Frau Lechner.

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