Samstag, 31. Dezember 2016

Meine Wünsche für 2017


Zunächst einmal möchte ich Ihnen allen und den Mitarbeitern von Bonetti Media.com ein fröhliches und friedliches Jahr 2017 wünschen. Ein Jahr voller Glück, angenehmen Überraschungen und Gesundheit. Das alles können wir schaffen, es liegt in unserer Hand. Schwer werden es hingegen die Menschen haben, die nicht oder nicht regelmäßig die vielfältigen, spannenden, lehrreichen und unterhaltsamen Angebote von Bonetti Media.com, insbesondere Kiezschreiber Plus für 9,99 € im Monat, nutzen.
Politisch wird das kommende Jahr sicher weniger fröhlich und friedlich werden. 2016 war schlimmer als 2015 und 2017 wird schlimmer als 2016 werden, machen wir uns nichts vor. Aber vielleicht schaffen wir es, den Tonfall etwas zu mäßigen, so wie man ein Radio leiser stellen kann. Nicht jeder Regierungschef ist der neue Hitler, nicht jede Politik ist mit dem Holocaust zu vergleichen und nicht jeder Bauernhof, der Eier zum Verkauf anbietet, ist ein Hühner-KZ.
Wir müssen uns gegenseitig nicht permanent im Wettbewerb um den „Brüllaffen das Monats“ überbieten. Mit Geduld und Spucke werden wir auch 2017 überstehen und uns irgendwann nicht mehr über 2016 aufregen, weil wir es schlicht vergessen haben werden. Es lohnt sich, auch im nächsten Jahr Kinder, Texte und Ableger von Geranien in die Welt zu setzen.
Die Konzernleitung wünscht Ihnen eine schöne Silvesterfeier. Möge die Nacht mit Ihnen sein.
Wir bedanken uns bei der geschätzten Leserschaft für die Aufmerksamkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr und versprechen Ihnen auch im kommenden Jahr Texte von höchster Qualität mit Pointen aus ökologischem Anbau, natürlichen Aromen und Sprachelementen aus der Region.

Andy Bonetti

Mandy Bonetti
Martha & The Vandellas - Dancing In The Streets. https://www.youtube.com/watch?v=pVA61UCb0kQ

Die Abenteuer von Schraubenzieher-Man, Folge 26

Hörst du, wie die Flammen flüstern,
Knicken, knacken, krachen, knistern,
Wie das Feuer rauscht und saust,
Brodelt, brutzelt, brennt und braust?
(James Krüss)

Plitsch Platsch.
Wasser rinnt die hundert Meter hohe Betonwand hinunter.
Plong.
Eine Schraube springt heraus.
Die Mauer des Stausees. Wenn sie bricht, wird Bad Nauheim weggespült. Ins Meer hinaus geschwemmt. Die Existenz dieser Stadt wird beendet, ihr Leben verlöschen.
Das weiß auch Bürgermeister Alfred Krautwurst, nachdem er den Hörer wieder aufgelegt hat. Dr. X, der arglistige Schuft, hat ihn gerade angerufen. Er hat heimlich ein paar Schrauben an der Staumauer gelockert. X steht für Xtremely Evil. Dr. X verlangt Geld. Viel Geld. Geld, das die Stadt nicht besitzt, da Bonetti Media seinen offiziellen Firmensitz in Panama hat – aber das ist eine andere Geschichte.
Bürgermeister: Kreisch! Wimmer!

Bürgermeister Krautwurst
Die Schrauben müssen schnellstens wieder reingedreht werden. Schraubenzieher-Man wird gebraucht. Der Bürgermeister greift zitternd und scheißgebadet, nein: schweißgebadet zum Telefonhörer.
***
„Als ich jung war, hatte ich Dutzende Frauen. Ich hatte viele Affären, wissen Sie?“
Bonetti starrt Til Schweiger ausdruckslos an und macht sich keine Notizen.
„Okay, es waren zwei oder drei Frauen.“
Bonetti starrt weiter und schweigt.
„Na gut, zwei Frauen.“
Starr! Schweig!
„Eine von ihnen hatte ein Holzbein und wir haben nur gefummelt.“
Bonettis Handy: Bimmel! Er hat das keuchende Lachen von Axel Prahl als Klingelton.
Der Bürgermeister. Bad Nauheim ist in Gefahr. Seinen Tarnjob als Reporter kann er für heute vergessen. Die Stadt braucht den SCHRAUBENZIEHER-MAN.
***
Andy Bonetti presst sich wie Wurstmasse in seinen apfelgrünen Superheldenanzug.
Schlabberadapp. Quietsch. Ächz. Stöhn.
Auf seiner Brust prangt eine glänzende Schraube mit bunten Schmetterlingsflügeln. Der Schmetterling symbolisiert die Transformation vom schlichten Jahrhundertschriftsteller Bonetti zum Superhelden „Schraubenzieher-Man“. Wahnsinn, oder?
Mit dem Aufzug fährt er hinunter in die Schraubenzieher-Cave. Dort steht sein Wagen. Das Schraubenzieher-Mobil schwebt wie die Mühle von Luke Skywalker, sieht aber aus wie ein schwarzer Ford Mustang.
Wrooom!
***
Kommen wir zum Zweikampf mit Dr. X:
Boing!
Zack!
Stöhn!
Knuff!

Dr. X
Taumel!
Krach!
Ächz!
Klirr!
Schepper!
Schrauberzieher-Man hat gewonnen. Aber es war knapp. Schluck!
Die Uhr an der Bombe tickt jedoch unbarmherzig runter.
„Zeit knapp. Not groß. Denk nach, S-M,“ wie ein Brachylogiker (bitte nachschlagen!) es formulieren würde.
***
Aber es sind Kreuzschlitzschrauben, die wieder angezogen werden müssen. Auch die ganze Bombe ist mit Kreuzschlitzschrauben gesichert. Was sollen wir tun???
Wir brauchen Kreuzschlitz-Boy!
Kreuzschlitz-Boy ist Vollwaise. Seine Mutter fuhr zu einem Nagelstudio und kam nie wieder zurück. Am nächsten Tag fuhr sein Vater zu einem Baumarkt und blieb für immer verschollen. Danach verdufteten seine ganzen Geschwister. Genau wie Bonetti entspricht er nicht dem Idealbild arischer Vollkommenheit. Er ist kleinwüchsig, kurzsichtig, hat den Führerschein nicht geschafft und ist laktoseintolerant.

Kreuzschlitz-Boy
Wird Schrauberzieher-Man seinen getreuen Gehilfen Kreuzschlitz-Boy rechtzeitig zur Staumauer bringen können?
Wird Bad Nauheim gerettet? Oder müssen unschuldige kleine Kätzchen sterben?
Fortsetzung folgt
P.S.: Für diese Folge hat Bonetti Media mit einem Lautmaler zusammengearbeitet. Weitere Informationen zur neuen Serie erhalten Sie bei BonettiWiki™.
Deichkind - So`ne Musik. https://www.youtube.com/watch?v=mdIP3hyxi3k

Freitag, 30. Dezember 2016

Herzlichen Dank, Anonymus


Wegen einer leichten Erkältung und dem grundsätzlichen Drang, meine Zeit der stillen Lektüre und gelegentlichen Notizen zu widmen, habe ich in den letzten Tagen das Haus nicht verlassen. Gerade habe ich, da ich ohnehin in einer Stunde zu einem Essen eingeladen bin, es geschafft, den Müll rauszubringen, das Vogelhäuschen mit Snacks für meine kleinen Freunde zu füllen, ein paar Fotos zu machen und den Briefkasten zu leeren.
Was finde ich, neben der bestellten Lektüre (Charles Bukowski: Der Mann mit der Ledertasche; Evelyn Waugh: Mit Glanz und Gloria)? Ein apart versiegeltes Päckchen ohne Absender. Es enthält als Hörbuch "Das Spiel des Engels" von Carlos Ruiz Zafón. Herzlichen Dank, bescheidener Freund oder unbekannter Leser! Ich freue mich schon auf die Stunden auf dem Diwan.
Was sehen Sie auf den Bildern? Eine verschneite Landschaft in Kent? Schafsweiden, von kleinen Bruchsteinmauern getrennt, und einige Bäume? Nein. Es ist das Dach meines Gartenhäuschens in Nahaufnahme.

Organspende – Wie es in Benin lief

https://www.youtube.com/watch?v=gQnejLliS9g
And now for something completely different:
Hier mal eine Band aus meiner Jugend, die Jungs aus Heidesheim kannte ich noch persönlich. LSP – Leben im Untergrund. https://www.youtube.com/watch?v=WUt83I3OH98
Der Sänger war später zehn Jahre in der Nervenheilanstalt und starb, nach kurzer Zeit in Freiheit, bei einem epileptischen Anfall alleine in seiner neuen Wohnung. Aber damals lebte er wie ein Rockstar.

Infiniter Regress oder: Früher war auch schon Scheiße

“My Administration will follow two simple rules: BUY AMERICAN and HIRE AMERICAN!” (Donald Trump, 17.12.2016 auf Twitter)

Gemein! US-Wahl von China manipuliert.

Blogstuff 101
Gravitation wird ab einem gewissen Alter und einem bestimmten Gewicht zu einem Problem.
„Sich verdingen“ ist ein alter Ausdruck für das Arbeiten gegen Entgelt. Sich zum Ding machen, sich verkaufen. Was hat sich eigentlich seit der Zeit der preußischen Gesindeordnung geändert? Mit dem Ende des Kommunismus und der Sowjetunion ist nicht nur der alte Kapitalist zurück, sondern auch das alte Proletariat.
Er war als junger Mensch einige Male umgezogen. Großstadt, Kleinstadt, Ausland, Inland, Innenstadt, Vorort, Parterre, siebter Stock, WG, Single, Paarbeziehung, am Schluss in ein kleines Haus am Ende einer Seitenstraße in Wichtelbach. Er war angekommen. Angekommen? Oder hatte er nicht mehr die Kraft weiterzuziehen? Hatte der Kreisel sich ausgedreht? War er hier einfach liegengeblieben, gestrandet? War er zufrieden, weil er sich abgefunden hatte? Er war zu müde für die vielen Fragen.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er hat im neuen Europa-Viertel am Berliner Hauptbahnhof einen Sandwich-Laden eröffnet: „Stullen-Emil – Belegte Brote für Enthusiasten.“ Läuft.
Der Potsdamer Platz ist das größte architektonische Verbrechen der Berliner Republik. Dieser Ort ist im Wortsinne unbewohnbar. Mit dem Wiederaufbau des Stadtschlosses wird gerade ein zweiter Fehler gemacht.
Die Redewendung „notleidende Banken“, die wir regelmäßig in den Medien serviert bekommen, ist an Zynismus eigentlich nicht zu überbieten.

Bonetti - Lord of the Dance. Der geliebte Führer ist ein großer Freund des traditionellen irischen Steptanzes.
Berlin-Traum: Ich sitze zusammen mit Nina Hagen bei schönsten Wetter vor einer Kreuzberger Kneipe. Bei uns am Tisch nur Szene-Volk, Frauen in wallenden Kleidern und mit Dreadlocks, Männer mit tätowierten Gesichtern und Dutt. Der Wirt setzt sich auch dazu, ich trinke Wodka-Orange, Nina auch einen Longdrink. Wir rauchen alle, aber ich habe keine Zigaretten (rauch die von Nina) und gehe deswegen los, um mir Kippen zu kaufen. Das Lokal ist an einer alten Burgmauer und ich gehe auf dem Wehrgang der Mauer, wo überall junge Leute sind, weiter, bis ich zu einem Lokal komme, wo ein Animateur gerade runterzählt: „Drei zwei eins“. Dann pusten die Gäste an den Tischen die Flammen über ihren Drinks aus und kippen den Schnaps runter. Schwäbische Studienanfänger torkeln aus dem Lokal, einer kotzt. Zum Glück sehe ich endlich einen Späti vor mir. Ich gehe hinein, ein älterer Mann sortiert gerade Zeug in seine Regale. Ich will ein Schachtel Camel. Er verkauft sie mir nicht. Erzählt mir eine lange Geschichte von einem Typ, dem er neulich Zigaretten verkauft hätte, und der ihn deswegen verklagt hätte. Von wegen Gesundheit und so. Wäre auch im Fernsehen gelaufen. Ich gehe wort- und grußlos hinaus und suche weiter. Finde aber keinen Kiosk oder Automaten. An einer Ampel treffe ich einen alten Kollegen, dem ich die Geschichte erzähle. „Ich bin jetzt fünfzig Jahre alt. Man wird mir doch wohl noch eine Schachtel Kippen verkaufen!“ Wir müssen beide lachen. Dann will ich zurück zu Nina, verlaufe mich aber. Bis ich endlich wieder da bin. Nina sieht mich und schnauzt mich derbe an, wo ich so lange gewesen wäre. Ich brülle zurück, dass es hier gleich original was aufs Maul gibt. Aber dann nehmen wir uns in die Arme und vertragen uns wieder.
Frankfurt-Traum: Ich besuche die Punkband „Burn“, die aus der Schweizer Hauptstadt kommt, in Frankfurt. Eine Wohnung in der Innenstadt, Erdgeschoss. Ein Lastwagen fährt rückwärts am Fenster vor und es werden Bierkästen durch das Fenster in die Wohnung geholt. Wir trinken bis zum Morgen und ich schreibe Texte für die Band. Im Nachbarhaus ist ein Job als Hausmeister frei und ich überlege, ob ich mich bewerben soll, damit ich länger in Frankfurt bleiben kann.
86 Prozent aller Bundestagsabgeordneten sind Akademiker. Ich finde, das Abitur ist zur Vertretung des Volkes nicht mehr ausreichend, ein Diplom oder ein Master-Abschluss muss es schon sein.
Oppenheimer Analysis - Subterranean Desire. https://www.youtube.com/watch?v=hTscZ0SKUwc

Bonetti mit Silvesterkarpfen.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

+++ breaking news +++ organspende +++

Wir schalten live zur Bundespressekonferenz nach Bad Nauheim:

Andy Bonetti präsentiert seinen Organspendeausweis.
Morgen früh fliegt die AB 1 (Air Bonetti eins) von Frankfurt nach Benin (irgendwo sehr weit südlich von Frankfurt). Die leuchtende Sonne des 21. Jahrhunderts, unser geliebter Führer und Vater des Volkes, wird eine Niere spenden. Vermutlich eine von Heinz Pralinski.

Bonetti am Flughafen Frankfurt. Links sehen Sie Heinz Pralinski, der den Fragebogen von Dr. Mary Wellens ausfüllt. "Blutgruppe: 1A. Habe nie im Leben Alkohol angerührt und singe im Kirchenchor."

Es geht nach Benin!

Es wird ernst, Leute. Ich bekomme die Niere in Afrika rausgenommen. Vielleicht hören wir nie wieder was voneinander. Ich wollte Euch noch zum Abschied danken. Für Eure Aufmerksamkeit, die vielen ganz ganz großartigen Kommentare. Behaltet Andy Bonetti in Euren Herzen! Denkt in Liebe zurück an Johnny Malta! Vergesst Heinz Pralinski nicht! Viel Glück und alles Gute im neuen Jahr ...
"Vielen Dank für Ihre Mail, Wir haben Ihre E-Mail-Adresse und Angaben zu Ihrer Information Beamten gut verstanden und bekannt. es Zur Zertifizierung Dr. MARY medizinischer Vertreter Mary Krankenhauslehrer Es gibt dem Patienten das volle Vertrauen und Vertrauen in uns Weil wir hier sind, um sicherzustellen, dass Ihre Zufriedenheit ist unser eine Priorität. Die Patienten sollten sicher sein und Garantiert, dass er oder Es sollte nicht schrecklich während dieser Die Transaktion hat bereits alle Dokumentation Sind in der Reihenfolge, in Übereinstimmung mit der Politik erforderlich von Das Verfassungsgesetz von 21 Transplantationen 2005 erlassen. Sie Untersuchen die nachstehenden Bedingungen Vorher korrigieren Dass wir mehr tun können Gut, später.
GESCHÄFTSBEDINGUNGEN 1: ist ein Patient, dass er oder sie qualifiziert Um ihre Nieren zu verkaufen, um jede Form zu vermeiden Während der Akquisition Betrieb. 2: Der Patient muss vorbei sein 18 S für alle Altersgruppen werden von unten abgelehnt Satz . 3: Der Patient muss legal sein Länder. 4: Der Patient, um sicherzustellen, dass er oder sie nicht Nein Business sieht die Gewohnheit des Rauchens. 5: Der Patient muss auf unsere Bedingungen reduziert werden und Bedingungen für das Geschäft ist Es ist schnell. 6: Alle Reisekosten werden bezahlt uns. 7: Der Ausfall der Transaktion wird zu führen beim Gerichte. 8: alle Patienten: Patienten sollten korrekt Registriert in der NKF (National Niere Fonds) vor Etwaige spätere Transaktionsverpflichtungen. 9: Der Patient wird Ihnen geben Relativ . 10. Die Richtung des Krankenhauses bereit Kaufen Nieren von. Tartus Lilia Ivanovna, Gesamtmenge von Diese Hälfte des Geldes (100.000,00 Euro) Auf ein Konto überweisen Die Bank wird dieses Abkommen vorsehen Nach Anmeldung Von NFC. 11: Die Patienten Geld, um Ihnen alle Ihre Bank: Die Hälfte dieses Geldes wird zuerst an den Patienten gezahlt werden Vor der Anwendung er / sie wird nach Elg-Gleichgewicht beginnen Sie werden nach bezahlt werden Nach Beendigung der Operation. 12: Der Patient muss sich bei NFC anmelden Fondsbetrag (30 $) auf Dass das Reisedokument Es wird an den Patienten als die Hälfte des Geldes gesendet werden Sie werden an ein Patient. Und denken Sie daran, dass Sie das haben werden Senden Sie uns eine Kopie Gescannt Ihre juristische Identität, so dass wir können Wissen und identifizieren Dies ist erforderlich, um sie an uns zurückzugeben Sofort, wenn Sie Eine Vereinbarung mit ihm. Beachten Die obigen Bedingungen, wenn sie Akzeptabel für Sie müssen uns die Antwort geben Schnell, an Was können wir unserem Anwalt zuordnen? Mit der Vorbereitung beginnen Ihre Reisedokumente. Danke für dein Aufrichtigkeit. Ich warte auf deine Antwort. MARY HOSPITAL VON BENIN."

Unsere beste Freundin

Der beste Freund des Menschen mag der Hund sein. Aber das liegt vermutlich daran, dass wir den Wombat nicht gut genug kennen. Die beste Freundin des Menschen ist aber zweifellos ein Pilz.
Ich möchte heute ein Loblied der Hefe anstimmen. Der Hefe gelingt nämlich etwas, was selbst Minister und Professoren nicht können. Sie kann Zucker in Alkohol verwandeln. Man nennt das Gärung und wir kennen es alle aus Heinz Rühmann-Filmen.
Wo, verehrte Leserschaft, wären wir eigentlich ohne Alkohol? Wir hätten uns doch alle längst gegenseitig umgebracht. Der beliebte Sorgenbrecher und Stimmungsaufheller wird weltweit mit großem Erfolg seit vielen Jahren verkauft. Wein, Bier, Schnaps – das klingt doch besser als Traubensaft, Gerstensaft oder Kartoffelsaft.
Dazu kommt die segensreiche Wirkung der Hefe auf Backwaren aller Art. Kein Brot, kein Kuchen, kein Croissant ohne Hefe, die dem Backwerk erst seine dritte Dimension verleiht.
Schon Plinius der Ältere beschrieb vor etwa zweitausend Jahren die Vermehrung des Hefepilzes, die übrigens asexuell durch Knospung erfolgt, was den Papst freuen wird. Zuerst gab es die Bierhefe, die natürlich wichtiger ist, erst aus ihr entstand die Backhefe.
Alle lieben den Hefepilz – und verachten seinen fiesen Bruder, den Schimmelpilz, zu dem ich nächste Woche einige einleitende Worte schreiben werde.
Bryan Ferry - Let's Stick Together. https://www.youtube.com/watch?v=Z9EbR0ckb40

Frostikowksi

Ich weiß, es klingt erbärmlich. Menschen wie Sie lachen über Menschen wie mich. Aber ich werde alt. Das ist lustig, wenn man jung ist. Deswegen lachen Sie ja. Aber es tut weh, wenn man alt wird. Und der Schmerz ist ein Kompass für Veränderungen des Wetters. Glauben Sie einem alten Indianer aus dem Hunsrück. Mein linkes Knie schmerzt, es wird kalt werden. Lachen Sie. Aber bereiten Sie sich vor. Das seismographische Knie des Kiezschreibers prophezeit Ihnen Frost.
Neulich saß ich im Bahnhof von Bad Kreuznach. Sonntagnachmittag. Ich setze mich und bin kurz darauf im Gespräch mit älteren Herren, die auch dort sitzen. Ich vermute, es sind Obdachlose, aber das stimmt nicht. Einer ist Rentner, ist geschieden und hat fünfundzwanzig Ehejahre hinter sich, eine Bierflasche in der Hand und keine Lust auf die Einsamkeit seiner Wohnung. Sein Kumpel arbeitet in einer Behindertenwerkstatt, er erzählt mir von irgendwelchen geflochtenen Bändern, von denen seine Werkstatt noch 80.000 an den örtlichen Supermarkt abliefern muss.
Was soll ich Ihnen sagen? Der alte Mann neben mir hatte Schmerzen in der rechten Hand, als er aufwachte. Da habe ich ihm erzählt, dass meine rechte Hand auch schmerzt. Gicht. Die alte Geschichte. Vielleicht auch Rheuma. Egal. Wir haben beide gelacht. Denn wir konnten verkünden: Es gibt Regen. Kein Witz. So läuft das, wenn man wetterfühlig ist. Der Siebzigjährige und der Fünfzigjährige. Dann hat er mir von seiner Leberzirrhose erzählt. Nächstes Jahr um diese Zeit wird er nicht mehr hier sitzen, liebe Leser. Dann ist er unter der Erde.
Nehmen Sie das wichtigste aus diesem Text mit: mein Knie schmerzt, hören Sie auf die Alten, jetzt kommt der Winter mit starkem Frost.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Antwort von Doktor Mary Wellens

"Persönliche Daten benötigt.
Name:
Alter:
Stock:
Geburtsdatum:
Telefon:
Beruf / Tätigkeit:
Monatliches Einkommen:
Der Grund für den Verkauf: in der Hoffnung, machen pagoGrupo
Blut:
Genotyp:
Der Betrag wollen Sie eine Niere zu verkaufen:
Land:
Zustand:
Wir hoffen, von Ihnen so bald als gut aufgenommen zu hören Diesen Beitrag.
MTH Zweig Niere Krankenhaus."

Was soll ich antworten? Stock? Ich wohne mal im Erdgeschoss, mal im 1. Stock und in Berlin im 3. Stock. Was für ein Genotyp bin ich? Desperado? Wie ist mein Zustand? Wieviel Geld soll ich verlangen?

To whom it may concern

Sind Sie in der Schuld? Brauchen Sie Geld für Gesundheitskosten oder die Zahlung von Schulden zu erhöhen oder In einem Zustand der finanziellen Aufschlüsselung? Warte ab! Betrachten Sie verkaufen Ihre Niere als Option. Wenn Sie Ihre Niere heute verkaufen möchten. Nachricht uns sofort. Eine Niere ist für eine gekauft Maximale Höhe von $ 300.000,00 Dollar. Die nationale Stiftung ist derzeit zu kaufen Gesunde Niere. Mein Name ist Dr. mary wellens bin ein Nephrologe in der Niere National Hospital. Our Krankenhaus ist spezialisiert auf Nierenchirurgie und wir beschäftigen uns auch mit dem Kauf und Transplantation von Nieren mit einem Leben ein entsprechender Spender. Wir befinden uns im indischen, Kanada, Großbritannien, die Türkei, USA, Malaysia, Südafrika, Nigeria etc. Wenn Sie am Verkauf interessiert sind oder Kaufen kidney's zögern Sie bitte nicht, uns per Email zu kontaktieren: doctormarywellens@gmail.com
Habe unter dem Betreff „kidney“ geantwortet: „Bin bereit zur Nierentransplantation. Wann und wo ist die Geldübergabe?“ Ich halte Sie über den Vorgang auf dem Laufenden.

Blogstuff 100 – Die Jubiläumsausgabe für den tabulosen Connaisseur

„Kannibalismus und Kapitalismus klingen irgendwie gleich. Merkwürdiger Zufall.“ (Lupo Laminetti)
Das Beste aus fünfzig Jahren Blogstuff:
Mit der 1995 gegründeten Zeitschrift „Das geflügelte Wort“, dem anerkannten Organ des literarischen Ästhetizismus, tritt Andy Bonetti endgültig aus dem Dunkel der hessischen Kulturferne und begründet seinen Ruhm als Großschriftsteller, der die Zeichen seiner Zeit nicht nur erkennt, sondern auch souverän zu setzen weiß.
Bonetti hat sich schon zu vielen Themen geäußert. Aber er hat noch nie über das Emsland geschrieben. Jetzt werden natürlich viele Leser fragen: Warum bewegt das Emsland dein großes Dichterherz nicht, wieso inspiriert dich die Gegend von Meppen nicht zu einer Erzählung oder wenigstens zu einem Gedicht? Dann antwortet er immer: Ich will es euch ganz offen sagen. Zum Emsland fällt mir nichts ein.
Manchmal gehe ich aus dem Haus und es fängt an zu regnen. Gut. Aber wenn es genau dann wieder aufhört, wenn ich ein anderes Haus betrete, dann ist es ein Teufelsbeweis.
Endpunkt der Faulheit: Du träumst, dass du schläfst.
Ich habe jetzt endlich den Wagen für die zukünftige Zielgruppe unseres Autohauses gefunden: einen hellrosa Subaru Veganero mit Zebrastreifen und eingebautem Vogelhäuschen, fünf Prozent der Einnahmen gehen an eine Delphinaufzuchtstation in Ulan-Bator.
Einer der vielen Vorteile des Erwachsen-Seins: Pommes zum Frühstück.
Meldung: Der anarchistische Zentralrat der interventionistischen Tierbefreier / Stoppt Laktose! hat nach einer kontroversen Debatte einstimmig beschlossen, dass seine beiden Mitglieder wegen der unüberbrückbaren Differenzen mit der Gruppe „Antifantastische PogoLINX / unbewaffneter Widerstand gegen Gluten im Duplo“ und den „Hertha-Ultras für Transgender-Toiletten“ nicht an der revolutionären 1. Mai-Demo in Kreuzberg teilnehmen.
Die Rentner-Love Story dieses Sommers: Romika & Julio. Jetzt in Ihrem Altersheim!
Hätten Sie’s gewusst? Auch der Teufel hat ein Wartezimmer. Schauen Sie sich mal um!
Alleine im Gasthaus. Nach zwei Bier bin ich wie Löschpapier, ich nehme Gespräche und Szenen, Geräusche und Gerüche in mich auf. Zwei Bier weiter ist alles vorbei und ich versinke in die Traumwelt meines inneren Monologs.
Am Samstag spielt „Unfreiwilliger Harnverlust“ im Wichtelbacher Kulturkeller. Hammer!
Von der Lügenpresse verschwiegen: Flächendeckender Streik der Yogalehrer in Kreuzberg. Mit wem mache ich jetzt meine Lieblingsübungen „Kronkorken in Hanglage“ und „Bogenschütze mit Reizdarmsyndrom“?
Wenn ich Rentner bin, möchte ich den ganzen Tag Falschparker anzeigen und Radfahrer auf dem Bürgersteig anbrüllen.
Er war ein Universaldilettant. Spielte Klavier wie Messi und Fußball wie Mozart.
Bonetti Innovations Ltd. hat eine überdachte Teststrecke für Regenschirme entwickelt, auf der auch Unwetter mit Hagel und Sturm simuliert werden können.
Haushalts-Tipp: Regulieren Sie die Temperatur in Ihrer Küche spielend leicht durch den geöffneten Ofen bei zweihundert Grad (Winter) oder durch den geöffneten Kühlschrank (Sommer).
„Stage Diving“ nennt man den Sprung in die Menge. Die wenigsten wissen, dass Andy Bonetti bei einem solchen Sprung anlässlich einer Lesung in Merseburg eine alte Frau schwer verletzt hat.
Hätten Sie’s gewusst? Bei den Lesungen von Andy Bonetti während seiner Dark Poet-Tour 1997 stand immer ein weißgeschminkter Pantomime neben ihm, der seine Vorstellung imitiert hat.
Gestern Abend habe ich ziemlich viel getrunken und dann dem türkischen Präsidenten auf den Anrufbeantworter gesprochen. Rechnen Sie also in den nächsten Tagen mit diplomatischen Verwicklungen.
Sind Sie nicht auch der Meinung, dass Andy Bonetti, dieser Prunkbau der Demut, den wir in einem Lustgarten der Bescheidenheit finden, den Literaturnobelpreis verdient hätte?
Der Kabarettist wird fürs Reden bezahlt und das Publikum bezahlt fürs Zuhören. Beim Psychotherapeuten ist es umgekehrt.
Stell dir vor, du wärst Schuhverkäufer und es gäbe keine Füße.
Ich bin transästhetisch: ein schöner Mann, gefangen im Körper eines alten Fettsacks.
Neues aus der Wissenschaft: Verantwortlich für den Klimawandel ist Enrico Schmallikowski aus Luckenwalde. Das haben Forscher vom Max-Blunck-Institut für Interviewfolgen jetzt herausgefunden.
Experiment: Ein riesiger glatzköpfiger Kneipenschläger ohne Schneidezähne steht vor dem Berliner Hauptbahnhof mit dem Schild „Free Hugs“.
Andy Bonetti hat das Schreiben nicht in irgendeiner Schule gelernt, sondern auf der Straße, Mann!
Heinz Pralinski leitet jetzt die Gruppe „Betreutes Trinken“ der Arbeiterwohlfahrt in Bad Nauheim.
Dieser Typ, der im Kino immer mit einer Tüte raschelt und laute Kommentare abgibt. „Heul doch!“ bei „Titanic“ oder „Den hätte ja meine Oma noch mit dem Tomahawk getroffen“ während eines Westernfilms. Sie kennen das.
Neulich wurde in einem Risco Tanner-Groschenroman der Satz gefunden: „Hilfe! Ich arbeite in einer Bonetti-Sklavenschreibermine. Sagen Sie der Polizei Bescheid!“
Er kam nach Hause und hängte die Dornenkrone an die Garderobe. „Was gibt’s zu essen?“ fragte er seine dicke Frau, aber sie antwortete nicht. Die Kinder hingen vor dem Fernseher. Scheiß Auferstehung, dachte er.
P.S.: Ich gebe es zu. Es ist nur eine willkürliche Zusammenstellung, weil ich keine Lust hatte, 150 Word-Seiten Blogstuff zu lesen.
Oppenheimer Analysis - Don't Be Seen With Me. https://www.youtube.com/watch?v=ApXkFn2eejM

Dienstag, 27. Dezember 2016

Wie gehen wir 2017 mit den Rechten um?

„The worst government is often the most moral. One composed of cynics is often very tolerant and humane. But when fanatics are on top there is no limit to oppression.” (H.L. Mencken)
Eigentlich ist die Analyse des Rechtspopulismus recht simpel. Zunächst lassen sich bei der AfD und anderen rechten Parteien in Europa die Anhänger in Stammwähler und Protestwähler unterscheiden. Im Frühjahr 2015 lag die AfD noch bei drei Prozent in den Meinungsumfragen, ein Jahr später bei zwölf Prozent. Die potenzielle Wählerschaft hatte sich also in kurzer Zeit vervierfacht. Das liegt vor allem an der hohen Zahl von Protestwählern.
Damit aus Protestwählern keine Stammwähler werden, sollte man die Wählerschaft der Rechten differenziert betrachten, um angemessene Strategien zu entwickeln. Ich sehe drei Typen von Wählern:
1. Die Modernisierungs- und Globalisierungsverlierer: Sie haben ihren Arbeitsplatz verloren oder haben einen neuen Arbeitsplatz, an dem sie weniger verdienen, sie sind materiell abgehängt, leiden unter Arbeitslosigkeit und Altersarmut usw.
2. Die Xenophoben: Sie lehnen alles Neue und Fremde ab, sie sind gegen Einwanderung, sie wollen keine Flüchtlinge oder Arbeitsmigranten in ihrer Stadt, ihrer Straße oder ihrem Haus. Xenophobie ist kein Rassismus, die Xenophoben fühlen sich nicht genetisch überlegen. Ihre Ablehnung basiert auf Angst. Angst vor dem Neuen, vor dem Fremden, Angst vor dem Verlust ihrer kulturellen Identität.
3. Nazis, Rassisten und Rechtsradikale aller Art: Menschen, die ideologisch verblendet sind und von einem nationalistischen, völkischen Staat träumen, in dem eine Hierarchie nach ethnischen und kulturellen Gesichtspunkten verwirklicht wird.

Bei den „Verlierern“ steht also der ökonomische Aspekt im Vordergrund, bei den „Ängstlichen“ der psychologische Aspekt und bei den Rechtsradikalen der ideologische Aspekt.
Wenn es drei Gruppen gibt, braucht man also auch drei Strategien, um die Protestwähler für eine offene Gesellschaft zurückzugewinnen, in der andere Kulturen und Einwanderer nicht ausgegrenzt werden.
Die einfachste Gruppe sind die „Verlierer“. Gebt den Leuten Jobs, gebt ihnen menschenwürdige und anständig bezahlte Arbeit, erhöht den Armen die Rente und das Arbeitslosengeld – schon sind sie als Protestwähler verloren. Neubau statt Abriss des Sozialstaats. Klingt einfach, ist aber natürlich mit der aktuellen Regierung in Deutschland nicht zu machen. Aber ökonomische Ursachen müssen mit ökonomischen Mitteln aus der Welt geschafft werden.
Schwieriger wird es mit den „Ängstlichen“. Es hilft nicht, ihnen Geld zu geben. Man muss ihnen die Angst nehmen. Es hilft auch nicht, sie pauschal als Nazis zu beschimpfen. Das macht aus Protestwählern endgültig Stammwähler. Bei dieser Gruppe muss Überzeugungsarbeit geleistet werden und sie müssen aus eigener Erfahrung lernen, dass die Neuen keinen Anlass für Verlustangst geben. Wichtig wäre es, die Migranten gleichmäßig über Städte und Dörfer, über alle Viertel und Straßen zu verteilen, damit Integration in der Alltagspraxis gelernt werden kann. Das wäre auch für die Migranten sinnvoller, denn im Ghetto eines Asylantenheims kann Integration nicht stattfinden.
Fast unmöglich ist es beim harten Kern der Rechtsradikalen. Sie sind nur schwer zu erreichen. Aber die Rechtsradikalen, wenn man sich die Wahlergebnisse der Republikaner, der NPD, der DVU usw. in der Vergangenheit anschaut, sind auch nur drei bis fünf Prozent der Bevölkerung, in Einzelfällen und in einzelnen Regionen lagen sie auch schon mal darüber.
Aber von den Neonazis geht keine wirkliche Gefahr für die Demokratie aus – von den Rechtspopulisten der AfD usw. schon. Daher lohnt sich die differenzierte Betrachtung der Wählerschaft und eine differenzierte Strategie, um die Rechten 2017 wieder zurückzudrängen.
Curtis Mayfield - Move On Up. https://www.youtube.com/watch?v=6Z66wVo7uNw

Montag, 26. Dezember 2016

Frohe Weihnachten von Terry Gilliam und Gerhard Seyfried

Grundriss der norwegischen Skepsis, Kapitel 5

„Als ich 1994 zum ersten Mal online war, kam ich mir vor, als wäre ich in der Welt der CB-Funker gelandet. Dicke Männer ohne Sex, die eine geheimnisvolle neue Technik benutzten, ohne dass die Welt das mitkriegt. Aber heute ist ja Hinz und Kunz im Netz und schon stürzen sich Staaten und Konzerne auf die Sache.“ (Emil Zigeunersoße, Wichtelbach)


Blogstuff 99
Er setzte der deprimierenden Trostlosigkeit dieses Ortes seine niederschmetternde Gleichgültigkeit entgegen und so gelang es ihm, eine ganze Weile in Lüdenscheid zu leben.
„Alle Wege des Internets führen zu Bonetti“ – Werbeplakat zur Medienkampagne für das neue Werk „Aufstieg und Fall des Toastbrots“. Ein Meisterwerk, das in keiner literarischen Sammlung fehlen darf. „Die zeitlose Schönheit vollkommener Erkenntnis – für nur 4,99 als E-Book.“
Die Arbeit eines Propheten gleicht einer Lotterie. Nehmen wir die Ökonomen als Beispiel. Jedes Jahr schreit ein Teil dieser Zunft: „Jetzt kommt die Wirtschaftskrise!“ Und irgendwann kommt dann tatsächlich mal wieder eine Wirtschaftskrise wie 2008 und dann gilt der Ökonom, der als letztes vor ihrem Ausbruch „Krise“ geschrien hat, als der Guru seiner Zunft. Merkwürdigerweise kann genau dieser Mensch aber die darauffolgende Wirtschaftskrise nicht mehr voraussagen. Macht aber nix, denn du musst in dieser Lotterie ja nur einmal gewinnen. Plötzlich bist du Bestsellerautor und ein gefragter Mann in den Medien.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er betreut Aussteiger aus der Bonetti-Szene und versucht, sie in die Welt der literaturfreien Existenzbewältigung zurückzuführen.
Mal ganz blöd gefragt: Warum sitzen an den Schaltstellen des Staates z.B. in Deutschland, den USA und Großbritannien eigentlich Menschen, die den Staat schwächen wollen? Die Schutzheiligen des Konzernkapitalismus Merkel, Trump, May und all die anderen Witzblattfiguren sind auch noch demokratisch gewählt. Kaum zu glauben.
SPIEGEL-LESER WISSEN NICHTS.
Jimmy, der Hellseher, ist eine Nervensäge. Egal was ich ihm erzähle, von ihm kommt immer der gleiche Spruch: „Ja, ich weiß.“
Wenn ich durch die Fußgängerzone gehe, stecken mir schöne Frauen immer Zettel mit Telefonnummern zu. Es sind die Nummern von Pizzalieferdiensten.
Früher hatte der heterosexuelle weiße Mann keine Feinde innerhalb der Gesellschaft. Höchstens den bösen Iwan in Moskau, die rote Gefahr in Peking und Haifische im Ozean. Jetzt gibt es Emanzen, Schwule, Migranten, linke Spinner und andere Gefahrenquellen. Darum wählt er jetzt rechts. Sagt man.
Schwedische Biathletinnen im Liegend-Schießen – der pure Sex.
Nach meinen Berechnungen habe ich bisher 440.000 Stunden Lebenszeit hinter mir. Gearbeitet im Sinne von abhängiger Erwerbstätigkeit habe ich davon etwa 15.000. Dazu kommen grob gerechnet 15.000 Unterrichtsstunden in der Schule.
Kleiner Hinweis an alle sogenannten Terrorexperten und Verschwörungstheoretiker von letzter Woche: Dschihadisten hinterlassen häufig ihre Ausweispapiere oder andere Hinweise (Handy u.a.) am Tatort, um eindeutig mit dem Anschlag identifiziert zu werden. Sie wollen nicht unerkannt bleiben wie ein gewöhnlicher Verbrecher, sie wollen den Ruhm in der Presse (ihr Gesicht und ihre Lebensgeschichte auf Seite 1 von New York bis Tokio) und in ihrer „Bewegung“, außerdem werden die Familien der „Märtyrer“ finanziell unterstützt.
Für den verstorbenen Rick Parfitt: Status Quo ‎– In The Army Now. https://www.youtube.com/watch?v=v6qMD1lIWT0

Sonntag, 25. Dezember 2016

DLRG, ein Spaß für jung und alt

Eine lustige Geschichte aus meiner Zeit bei der DLRG am Rhein. Zwischen Ingelheim und Heidenfahrt wurde eine Wasserleiche gefunden. Was macht man in dieser Situation? Also hat man den toten Mann mit einem Seil am Boot gesichert und von unserer rheinland-pfälzischen Seite des Rheins auf die hessische Seite geschleppt. Aber Sie sollten nicht denken, dass meine Kollegen die Leiche einfach den Hessen ans Ufer gelegt hätten. Es gab schließlich Geld für die Leiche. Wenn man sie in Rheinland-Pfalz gemeldet hätte, gab es damals neunzig Mark, in Hessen hundertachtzig Mark, also genau das Doppelte. Was tut man nicht alles für die Vereinskasse der DLRG.

Dialog

„Schreiben war für ihn etwas Natürliches: du produzierst Text so wie du Leergut produzierst.” (Johnny Malta: Da geht Bonetti)
Ich klopfe an die schwere, mit grünem Leder bespannte Tür.
Ich höre, dass auf der anderen Seite gesprochen wird. Aber ich höre nicht „Herein“.
Also klopfe ich noch einmal. Wieder nichts.
Vorsichtig öffne ich die Tür und stecke den Kopf ins Zimmer.
Am anderen Ende des gewaltigen Raums sehe ich Generaldirektor Konrad Fackler.
Er hält ein winziges Smartphone in der Hand, während er hinter seinem Schreibtisch auf und ab geht. Er redet, er gestikuliert.
Langsam nähere ich mich dem anderen Ende des Büros.
„Das müssen wir verschieben. Das können wir unmöglich in dieser Woche schaffen“, höre ich ihn rufen.
Als er mich sieht, entgleisen ihm die Züge. Fassungslos sieht er mich an, während er abwechselnd „Ja“ und „Verstehe“ sagt.
Ich wedele freundlich mit einem hellbraunen Schnellhefter in Kopfhöhe.
Der Herr Generaldirektor nickt und winkt mich zu sich heran. Dann dreht er sich um und geht wieder auf und ab. „Wir können Ihnen die Musterkollektion morgen vorlegen. Ich schicke Ihnen jemand vom Außendienst vorbei.“
Ich bleibe vor dem Schreibtisch stehen.
Fackler rollt verschwörerisch mit den Augen. Blöder Anrufer, soll das offenbar heißen. Dann deutet er mit dem Zeigefinger auf den Besucherstuhl. „Wir haben seit letztem Monat eine neue Kollektion. Mit den aktuellen Farben.“
Ich setze mich und warte geduldig. Auf dem Schreibtisch sehe ich eine kleine Glaskugel, in deren Innerem eine Miniatur des Eiffelturms steht.
„Mahagoni? Das führen wir nicht mehr. Aber Sepia wird sehr gerne genommen. Sepia kann ich Ihnen empfehlen, Herr Bratzel.“
Ich nehme die Glaskugel und schüttele sie. Die Sonne bricht sich gleißend im Glas, ich werde geblendet und lasse die Kugel fallen. Sie zerplatzt mit ungeheurem Lärm auf dem weißen Marmor. Oder, onomatopoetisch formuliert: „Klirr.“
Fackler reißt entsetzt Augen und Mund auf, während er ins Telefon flötet: „Bei prompter Begleichung der Rechnung erhalten Sie drei Prozent Skonto.“
Ich zucke mit den Schultern und lächle ihn an.
Sein Kopf läuft feuerrot an, sein Gesicht ist eine Fratze des Zorns. Er deutet mit dem Zeigefinger zur Tür und macht anschließend eine Handbewegung, als würde er ein Insekt vertreiben.
Ich gehe zur Tür und verlasse den Raum. Mit meiner neuen Idee zum Thema „Zitronengelb“ würde es heute nichts mehr werden.
The Black Eyed Peas - Where Is The Love? https://www.youtube.com/watch?v=WpYeekQkAdc
Weihnachten 2016 wird Ihnen präsentiert von:
Bonetti Media

Samstag, 24. Dezember 2016

Eike – Eine dunkle Bedrohung

„Diese Leute trinken, gleichgültig, ob sie nun durstig sind oder nicht!“ (Claude Debussy über die Deutschen)
Eike erwachte. Er sah alles nur verschwommen. Weiße Farbe, grelles Licht.
Er konnte sich nicht bewegen. Er versuchte zu sprechen, aber er konnte seine Stimme nicht hören. Überhaupt war es sehr still. War er tot?
Dann erwachte Eike, der tapfere kleine Eierbecher, erneut. Über ihm schwebte ein freundliches Frauengesicht.
„Guten Morgen. Können Sie mich verstehen?“
„Ja“, sagte Eike schwach.
„Haben Sie Durst? Ich habe hier Tee für Sie.“
Eike nickte und trank vorsichtig ein paar Schlucke heißen und köstlichen Hagebuttentee.
„Was ist passiert?“ fragte er.
„Sie sind im Krankenhaus. Man hat Sie hier schwerverletzt eingeliefert. Wir haben Ihnen den Henkel wieder angeklebt.“
Henkel? Was für einen Henkel. Eierbecher haben doch überhaupt keinen Henkel.
Was war passiert?
Runzlmeyer, der fiese Porzellanjäger, hatte ihn aus dem Haus seiner Eltern in Wichtelbach entführt und ihn zu einem Flugzeug gebracht, das ihn zurück nach Las Vegas bringen sollte. Sein Ex-Boss hatte ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Runzlmeyer hatte den Tipp vom sinistren Ich-Erzähler, der Eike an die Porzellanmafia verraten hat und der natürlich bei Bonetti-Media fristlos entlassen wurde. Eike gelang es, im Flugzeug einen Rucksack mit der Aufschrift „Fallschirm“ zu packen und war mit ihm aus dem Flugzeug gesprungen. Leider war in diesem Rucksack kein Fallschirm, sondern nur eine Kaffeekanne.
Zurück zur Geschichte:
„Ich muss meine Freundin anrufen“, sagte er zur Krankenschwester.
Aber es stellte sich heraus, dass sein Porzellanhandy beim Absturz in tausend Teile zersprungen war. Natürlich hatte er die Nummer nicht auswendig im Kopf. Wer merkt sich heutzutage schon Handy-Nummern? Aber wie kommt man an die verloren gegangene Nummer? Eine Mail schreiben? Aber wie lautete ihre Mail-Adresse? Eike brummte der kleine Kopf vor lauter Fragen, auf die er keine Antwort wusste.
Zwei Tage später wurde er durch Chefarzt Nikolas O’God und seinen Assistenten Pierre LaSchais entlassen. Mutterseelenallein stand er in einer schrecklichen Gegend namens Saarland. Aber unser tapferer kleiner Eierbecher verzagte nicht und begab sich auf die Wanderschaft. Aber überall, wo er auftauchte, wurde er verhöhnt und ausgelacht. Ein Eierbecher mit einem Henkel. Wo gibt’s denn sowas? Der gehört in ein Kuriositätenkabinett oder in den Zirkus, riefen die Spötter und klopften sich auf die Schenkel.
***
Doch dann kam Eike endlich auf der Landstraße nach Paris. Er durchwanderte die Banlieue und betrat im Montmartre das Bistro „Les Petits 4“, von dem er mal in einer Illustrierten gelesen hatte. Hier trafen sich die Künstler der Stadt.
Tatsächlich dauerte es nur wenige Minuten, Eike hatte gerade einen Café au lait bestellt, bis ein geheimnisvoller Mann an seinen Tisch trat. Er hatte den Hut tief ins Gesicht gezogen, trug eine Sonnenbrille, schwarze Handschuhe und einen dunkelgrauen Vollbart.
„Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Aurelius Felix.“
Er schüttelte Eike den Henkel. Eike erschrak. Die Hand war kalt und hart. Eine künstliche Hand.
„Ich bin von der Künstleragentur ‚Illusion und Revolte‘. Wir suchen ungewöhnliche Personen, die das Neue repräsentieren.“ Seine Stimme war rau und dunkel.
„Das Neue?“ fragte Eike. „Was meinen Sie damit?“
„Unser Thema ist die Identität. Wir suchen neue Identitäten jenseits der alten Verhaltensmuster und Rollenbilder. Wir suchen das, was es noch nicht gibt. Das, was in Zukunft sein wird.“
„Aha“, sagte Eike. Er hatte kein Wort verstanden.
Aurelius Felix überreichte ihm eine Karte. „Kommen Sie doch bitte morgen Nachmittag in unsere Agentur. Ich glaube, wir sind in der Lage, Ihnen ein großzügiges Angebot zu machen.“
So wurde Eike entdeckt.
***
Am nächsten Tag wurde Eike dem berühmten schwedischen Designer Lars Eklund vorgestellt, einem Star der Pariser Kunstszene. Eklund trug eine hohe Allongeperücke und einen roten Brokatrock, der am Kragen mit Pelz verbrämt war. Seine runden Backen waren mit einem grotesken Knallrot geschminkt, die Augen fingerbreit schwarz umrandet, die Lider purpurfarben. Er thronte auf einem Louis-seize-Sessel, neben ihm stand sein schwuler Adlatus Pinky Ramirez, ein zwergwüchsiger Ex-Stricher aus Mexiko.
Eklund erkannte sofort das Potential von Eike.
„Sie sind ein Eierbecher aus Deutschland?“
„Ja“, sagte Eike. „Aber ich bin in die Welt hinausgezogen, weil mir das nicht mehr gereicht hat.“
„Sehr gut, junger Freund, sehr gut. Ein deutscher Eierbecher. Aber was ist deutsch? Was ist ein Eierbecher? Unser Thema ist die Identität. Wir wollen eine Welt ohne deutsche Eierbecher, aber mit Ihnen. Sie werden Ihren Weg machen, das verspreche ich Ihnen. Pinky, mein Zeichenblock.“
Eklund warf ein paar Skizzen aufs Papier. Pinky sah ihm zu und stöhnte einige Male wollüstig.
Eike wurde von allen Seiten fotografiert, in verschiedenen Farben geschminkt und mit Stoffen behängt.
So wurde Eike zum Star. Eierbecher mit Henkel werden zu einem Trend. Die Stars und gekrönten Häupter dieser Welt – sie wollen alle einen neuen Eierbecher. Selbst die Queen lässt sich mit einem Eierbecher aus Eklunds Kollektion ablichten.
Als Eike sein Abbild auf der Titelseite des Time Magazine sah – „Eierbecher des Jahres“ -, wusste er, dass er es geschafft hatte.
Fatboy Slim – Right Here, Right Now. https://www.youtube.com/watch?v=ub747pprmJ8

Freitag, 23. Dezember 2016

Der neue Trend: Pic-Content

Wichtig: Vermeiden Sie Katzen und Babys, vor allem Katzenbabys!

Blogstuff 98 - Geometrie des Widerwillens

„Manchmal habe ich das Gefühl, die Politik sei extra für die Medien erfunden worden.“ (Andy Bonetti)
Ich weiß, dass ich jetzt Bilder heraufbeschwöre, die Sie nie wieder vergessen werden, aber es ist wirklich passiert. Paris 1996, "Feinschmeckerrestaurant" auf der Ile Saint-Louis (laut Feinschmeckermagazin ...). Es juckt während des Hauptgangs auf meinem Kopf, ich kratze mich und befördere mit dieser Bewegung eine fette Kakerlake direkt in meine Ente à l'orange. Sie wieselt über meinen Teller, Madame schreit zum Glück nicht, ich auch nicht, aber wir haben sofort die Rechnung geordert. Heute würde ich noch nicht mal bezahlen, aber damals war ich erst 29 und neu an der Seine.
„Postfaktisch“ ist die Traumvorlage für alle, die noch nie Bock auf Ahnung hatten. Wozu Abitur, wozu Google, wenn ich einfach keine Lust auf Gegenmeinung habe? Neulich eine Debatte mit zwei Akademikern: Der Sturz aus 20 Meter Höhe führt nur zu leichten Verletzungen, höchstens ein Beinbruch. 20 Meter ist die Berliner Traufhöhe – und wir hockten tatsächlich (allerdings blau) in einem Kreuzberger Altbau. War der Kollegin und dem Kollegen nicht klar zu machen. Wenn du aus dieser Höhe, also vom Dach, auf dem Bürgersteig aufschlägst, ist Schicht im Schacht. Aber komm mal zwei Geisteswissenschaftlern mit Physik und Empirie.
Werbung: Andy Bonetti – Grundlos tiefgründig. Das neue Album. Die bedingungslose Kapitulation vor dem schlechten Geschmack. Flippers nix dagegen!
Früher hieß es von Seiten der feinen Pinkel und der Spießbürger: „Das sagt man nicht“. Heute ist die Formulierung: „Das ist politisch nicht korrekt.“ Es gibt ja sogar eine Bürgerinitiative gegen den Namen der Mohrenstraße in Berlin.
Hätten Sie’s gewusst? Das einzige Fremdwort, das mit dem Vornamen Anton beginnt, ist die Antonomasie. Damit bezeichnet man den Vorgang, wenn man in einem Text statt des Eigennamens ein Synonym verwendet, durch das die Person gekennzeichnet wird, zum Beispiel „die schwarze Null“ für Wolfgang Schäuble oder „Rauten-Gabi“ für Angela Merkel.
Nach den aktuellen Erkenntnissen der Physik gibt es schwarze Löcher, die in einen langen Tunnel führen, durch die man in ein neues Universum gelangt. Die Story hat sich doch ein Schwuler ausgedacht, oder?
Chinesische Flüche: Fick das nach Pisse stinkende Arschloch deines Opas; Du hast ein Gesicht wie eine schimmelnde Fotze; Ich wünsche dir einen langsamen Tod, aber eine schnelle Fahrt in die Hölle; Fick 18 Generationen deiner Vorfahren.
Wie wird 2017? Da schaue ich einfach mal in das Jahreshoroskop: „Der Löwe ist so etwas wie der Gewinner des Jahres. Denn er bekommt viele Chancen, von denen andere nur träumen. (…) Die Löwen geben sich – ganz wie es ihre Art ist – Luxus und Vergnügen hin. (…) Jupiter und Uranus sorgen für jede Menge traumhafter Chancen. (…) Der Traumjob ist jetzt zum Greifen nah, wenn Sie ihn nicht ohnehin schon haben. Und in der Liebe können Sie alles erreichen, was Sie wollen. (…) Neptun ist ab Februar der Begleiter des Löwen und sorgt für so manche Fantasie. (…) Sie schweben immer über der Erde, besonders im Sommer. Die Löwen fühlen sich großartig und sind charmant wie nur was. Die profanen Dinge des Alltags aber überlassen Sie den Partnern und überhaupt gern anderen.“ YES !!!
Wie war 2016? „Saturn und Uranus im Trigon, dazu ab Herbst ein günstiger Jupiter. Viel besser geht es wirklich nicht. Egal, ob Sie sich in Ihrem Job verbessern möchten oder auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind: 2016 stehen die Chancen auf Erfolg günstig wie selten.“
Welche Printmedien werden am Ende überleben? In kleinerem Maßstab natürlich die Leitmedien, aber sie haben ihre Funktion als Gelddruckmaschinen wie zu den Zeiten von Springer und Augstein längst verloren. Aber vor allem die Lokalzeitungen, denn ihre Informationen wird es bei Google oder Facebook nie geben. Sie haben das Netzwerk an Lokalberichterstattern, oft im Nebenberuf, wie ich es aus meiner Zeit in der Lokalredaktion kenne, wo der Sportlehrer des Gymnasiums noch leidenschaftlich vom Kreisligaspiel in Wichtelbach berichtet, sie haben die Street Credibility und den Heimatstolz der Leser auf ihrer Seite, die sich freuen, dass sie Gegenstand der Berichterstattung sind, wenn die Kita „Superzwerge“ zum Sommerfest einlädt.
Project Pitchfork – Timekiller. https://www.youtube.com/watch?v=rY9eSzB-KbU

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Lukasz Urban

Vielleicht liegt es an den beiden polnischen Arbeitern, denen ich seit vorgestern zuschaue? Sie haben schweres Gerät mitgebracht, Kettensägen und Laubbläser. Am Ende jeden Jahres kommen die beiden Männer, sie sind etwa in meinem Alter, und erledigen die Arbeiten, für die mir die Werkzeuge und die Fähigkeiten fehlen. Zuverlässige Menschen einer Gartenbaufirma, die sich seit Jahrzehnten um unser Grundstück kümmert. Wenn sie hier fertig sind, fahren sie zu ihren Familien nach Polen, um Weihnachten mit Frau und Kindern zu feiern.
Stunde um Stunde sehe ich sie arbeiten, während ich am Schreibtisch sitze. Sie geben den Hecken wieder eine gerade Linie, vormals kugelförmige Büsche werden wieder kugelförmig, ich sehe plötzlich wieder ein Nachbarhaus, eine efeuumrankte Bank und das Gartenhäuschen, an dessen Außenwand das Kaminholz gestapelt ist. Ich werde nachdenklich. Zwei fleißige Männer. Und ich? Ich habe etwa fünfhundert Seiten Text in diesem Jahr produziert, aber es kommt mir wertlos vor. Ich liege auf dem Sofa und lese James Purdy. Einer der Männer kommt mit einem Korb Grünschnitt am Fenster vorbei und ich habe plötzlich ein schlechtes Gewissen.
Vielleicht liegt es an den beiden polnischen Arbeitern, dass ich immer wieder an Lukasz Urban denke. Ein Pole. Sicher hätte er in dieser Woche auch gerne mit seiner Familie Weihnachten gefeiert. Aber er hatte nicht so viel Glück wie Sie und ich. Er saß neben dem Mörder vom Breitscheidplatz in jenem schwarzen Lastwagen, unter dessen Rädern zwölf Menschen starben. Er hat dem Mörder ins Lenkrad gegriffen und dafür mit seinem Leben bezahlt. Er ist ein Held. Er hat vielen Menschen das Leben gerettet. Er ist gestorben, damit wir leben können. Einer dieser stillen Polen, die für uns die Drecksarbeit machen. Einer dieser Polen, deren Namen wir nicht kennen.
Heute stehen die Deutschen wieder auf dem Weihnachtsmarkt, klopfen sich auf die Schultern und freuen sich, dass sie noch leben. „I survived Weihnachtsmarkt 2016“ – gibt’s das schon als T-Shirt? Der Deutsche gibt sich lässig, unbeeindruckt. Wir machen einfach weiter. Die Terroristen wollen doch, dass sich unser Leben ändert. Den Gefallen tun wir ihnen nicht. In Wirklichkeit machen wir einfach weiter, weil wir eiskalt sind. Ohne Gefühl. Wie der Bundesinnenminister, der so kalt ist wie die Hände der zitternden Nutten, die im Winter an der Kurfürstenstraße stehen.

Send me flowers

„Versandhandel ist die Zukunft – wir versenden inzwischen sogar unseren Hass online.“ (Lupo Laminetti)
Früher gab es in Deutschland mit Quelle und Neckermann zwei sehr erfolgreiche Versandhandelsunternehmen, lange vor dem Internet. Warum sind sie untergegangen und warum machen die Amerikaner heute das Geschäft? Es hat sich doch im Versandhandel nicht viel verändert. Statt dem Katalog, den jede Familie in Papierform zu Hause hatte, ist der Katalog jetzt im Internet. Die Buchverlage stehen noch, die Versandhäuser sind im Prinzip verschwunden. Das verstehe ich nicht.
Es gehört ja heutzutage zum guten Ton des Semi-Intellektuellen, den Versandhandel zu kritisieren, seit er teilweise von guten deutschen in böse amerikanische Hände übergegangen ist. Das sehe ich anders. Schon meine Großeltern und meine Mutter haben über den Versandhandel Klamotten bestellt, ohne dass jemand hysterisch „Zalando“ geschrien hätte. Ich habe in den achtziger Jahren bei „Zweitausendeins“ fast jeden Monat Bücher und Platten bestellt.
Da ich seit über drei Jahren gleichzeitig in Berlin (wenig) und in Schweppenhausen (viel) lebe, fällt mir der Unterschied zwischen Stadt- und Landleben ganz besonders ins Auge. In Berlin gehe ich ohne Einkaufszettel in den Supermarkt, er ist nur fünfzig Meter von meiner Wohnung entfernt. Wenn ich die Butter vergessen habe, gehe ich eben nochmal los oder ich kaufe sie am nächsten Tag. In Schweppenhausen gehe ich einmal in der Woche in der Stadt einkaufen. Wenn ich dort die Butter vergesse, habe ich eben eine Woche keine Butter. Das hat dazu geführt, dass ich inzwischen Vorräte im Tiefkühlfach (z.B. Butter) und der Speisekammer angelegt habe.
Wenn ich abends noch Lust auf ein Bier habe, gehe ich zum Späti. Das sind nur zwanzig Meter. In Schweppenhausen gibt es keinen Späti. Übrigens auch keinen Supermarkt, keinen Bäcker, kein Reisebüro und kein Restaurant. Wenn ich ins Kino möchte, muss ich fünfzehn Kilometer mit dem Bus fahren. Abendvorstellung kann ich vergessen, denn der letzte Bus fährt von Bad Kreuznach um 19 Uhr in mein Dorf. Wer nie auf dem Land gelebt hat, kennt die Unterschiede nicht. Da geht es um mehr als um einige Kilometer Distanz. Dazwischen liegen Welten.
Wenn ich shoppen gehen möchte, mache ich eine Reise nach Mainz. Ich sage bewusst Reise, denn ich brauche für beide Strecken insgesamt drei Stunden und habe Fahrtkosten von zwanzig Euro. In dieser Zeit kann man auch nach Teneriffa fliegen. In Mainz und anderen Städten geht die Angst um, der Versandhandel vernichte den Einzelhandel. Vielleicht kommt es tatsächlich zu einem Niedergang des Handels, aber der Gastronomie geht es immer noch blendend. Die Leute gehen gerne in die Stadt – einfach weil dort mehr los ist als vor dem eigenen Computer.
Ich kann dieses Feuilletongewäsch nicht mehr hören: Bestell nix per Internet, denk mal an den Einzelhandel. Was gehen mich eigentlich die Geschäftsleute in Mainz an? In Schweppenhausen gab es früher einen Supermarkt, einen Bäcker, ein Restaurant und eine Kneipe. Alles weg. Ich kann zweieinhalb Stunden täglich bei meinem Winzer Wein kaufen. Das war’s, mehr gibt’s nicht. Haben uns die Mainzer deswegen betrauert? Nein. Also ist mir jetzt auch Mainz egal. Und es ist mir auch von Herzen egal, ob sich mit meinem Geld ein deutscher oder ein amerikanischer Bonze die Rosette vergoldet. „Deutsche, kauft deutsche Bananen“? Hat schon in den 1930ern nicht funktioniert.
Für mich ist der Versandhandel ein Segen, wenn ich - bekanntlich ohne Auto lebend - im Dorf bin. Ich brauche ein bestimmtes Buch? Just click on it. Ich lese sehr viel und eigentlich gar nichts von der SPIEGEL-Bestsellerliste oder den aktuellen Katalogen der Verlage. Derzeit lese ich ein Buch von 1988, zuvor eins von 1930. Hat die Buchhandlung doch gar nicht, falls ich tatsächlich eine Reise in die Landeshauptstadt oder die Kreisstadt antreten sollte. Ein Sixpack Socken? Just click on it. Ich habe sogar schon Notebooks, Fernseher, Gartengeräte und Möbel über das Internet bestellt. Kein Witz: Ich habe auch mal für zwei Euro Glasperlen aus China bestellt, die waren vier Wochen mit dem Schiff unterwegs. Wunderbar.
Für die Menschen, die weder mobil noch reich sind, ist der Versandhandel eine großartige Sache. Und Mainz oder Berlin werden genug Honig produzieren, um die Menschen auch weiterhin in ihre Innenstädte zu locken.
P.S.: Wer in Uber und Airbnb den Untergang von Taxi- und Hotelgewerbe sieht, möge sich an die Mitfahr- und Mitwohnzentralen meiner Jugend erinnern.
Art Brut - Just Desserts. https://www.youtube.com/watch?v=962KK4VzOw4

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Warnhinweis


Seehofer bitte ignorieren. Don't feed the troll.



Aus aktuellem Anlass noch mal ein Text, den ich am 31.12.2015 geschrieben habe:
http://kiezschreiber.blogspot.de/2015/12/die-physik-der-despotie.html

Learning by losing

„Ich lebe so unvernünftig wie nur möglich.” (Loriot)
Natürlich. Wir lernen alle dazu. Aber man muss mit dem Lernen ja auch erst mal anfangen. Mein erster eigener Urlaub, meine erste eigene Reise – obwohl die Begriffe Urlaub und Reise so unglaublich unangemessen sind, dass es kracht, aber das werden Sie gleich selbst merken – führten einen Freund und mich in ein kleines Wäldchen, eigentlich ein Gestrüpp voller junger Bäume, Büsche und großer Pfützen, das nur zweihundert Meter vom Ortschild „Schweppenhausen“ entfernt lag.
Wir bauten tapfer unser winziges „Zwei-Mann-Zelt“ auf, in das ich heute noch nicht einmal alleine passen würde. Wir wollten einige Tage hier bleiben, mit fünfzehn Jahren, ein Leben ohne die Scheiß-Erwachsenen, die Bonsai-Rebellion der Dorfjugend. Aber natürlich in den Ferien – man will ja schließlich keinen Ärger kriegen. Wir hatten im Supermarkt eingekauft, allein die Tour mit dem Fahrrad nach Bad Kreuznach würde ich heute konditionell nicht mehr schaffen.
Ravioli. Was sonst. Das Leben außerhalb der Leibeigenschaft der familiären Residenz beginnt immer mit Ravioli. Wir hatten es tatsächlich geschafft, das Zelt aufzubauen. Das war ein Pluspunkt. Aber die Sache mit dem Lagerfeuer ging in die Hose. Natürlich regnete es. Was denn sonst. Freiheit, zum ersten Mal im Leben, aber eben Freiheit im Regen. Das Lagerfeuer konnten wir vergessen. Also haben wir versucht, die Ravioli-Dose mit einem Feuerzeug zu erhitzen. Das dauerte. Irgendwann war der Boden der Dose schwarz und das Feuerzeug heiß. Wir rührten die Ravioli um und probierten. Sie waren etwa ein bis zwei Grad wärmer als zuvor.
Dann kamen Freunde vorbei. Sie blieben nie länger als eine halbe Stunde, aber sie hatten wenigstens ein paar Flaschen Bier und Tabak dabei. Niemand hat gemeckert, aber keiner verspürte Lust, sein Zelt neben uns im Gestrüpp aufzuschlagen. Irgendwann war uns das Herumsitzen auch zu blöd. Sie dürfen nicht vergessen, dass es damals keine Smartphones oder Notebooks gab. Unsere mediale Versorgung beschränkte sich auf einen Ghettoblaster plus eine Sammlung diverser Kasetten mit Musik. Also kamen wir irgendwann auf die Idee, mal rüber ins Dorf zu gehen.
Wir gingen zu mir nach Hause, wo die beiden „Ausreißer“ (Tag 2) mit einem leckeren Mittagessen begrüßt wurden. Wir blieben anschließend für ein bisschen Fernsehen und Atari-Konsole zocken (Frogger, Pitfall). Eigentlich war es schade, als wir nach einigen Stunden wieder hinausgingen, zu unserem Zelt, um das Leben in Freiheit zu genießen. Natürlich regnete es. Die Sonne war ganz offensichtlich kein Freund der Unabhängigkeit und der Jugend. War es am dritten oder vierten Tag, als wir wieder zu Hause waren? Unsere Eltern sagten nichts. Wir waren um eine Erfahrung reifer. Und eigentlich ist es bis heute genauso weitergelaufen, wenn wir mal ehrlich sind.
Bay City Rollers - Don't Stop The Music. https://www.youtube.com/watch?v=_kNBTTsCtXU

Dienstag, 20. Dezember 2016

Grundsätzliches zum Russki

„Wir gehen kaputt wie alles, wir verfaulen, wir verbrennen, aber wir können es nicht ertragen, also erfinden wir, was wir brauchen, wir belügen uns ja so schön, wir haben es gelernt, uns zu belügen, wir sind perfekt darin, wir haben eine Jahrtausende alte Tradition, warum also sollten wir nicht weiterlügen, wo es so wohl tut, zu lügen: also lügen wir weiter und glauben, wir sind fromm und gut und gottesfürchtig, und in Wirklichkeit sind wir gottverdammte Schleimscheißer.“ (Karlheinz Deschner: Die Nacht steht um mein Haus)
Seit Tagen habe ich jeden Tag hunderte Seitenaufrufe aus Russland. Neue Leser? Nein, russische Bots ziehen durch mein Medienimperium wie Kometenschwärme, wie die Plejaden am Nachthimmel. Der Iwan ist wirklich überall. Schlechtes Wetter? Russische Flugzeuge versprühen Chemikalien. Bundesligatabelle? Von Putin manipuliert, sonst wäre doch Leipzig nicht so weit oben. Das Kantinenessen? Vom Kreml gekocht. Steigende Benzinpreise? Und jetzt wird in Berlin ein Attentäter gesucht. Wer war es? Hör mir doch auf! Überall Russen. Wir sollten ihnen endlich den Krieg erklären und angreifen, bevor sie es tun.
Moby Dick – auf Fränkisch. https://www.youtube.com/watch?v=Q30PjEIg36M

#Drecksjahr2016

Nur einen Kilometer Luftlinie von meiner Berliner Wohnung ist es also passiert. Breitscheidplatz. Der Ort wird für immer mit diesem Ereignis verbunden sein. Ein mieses Pop-up im Gedächtnis, wenn man vor dem Bikinihaus oder dem Europa-Center steht.
Eigentlich rechne ich seit 2001 mit einem Anschlag in der Hauptstadt. Und jetzt (19. Dezember, 23 Uhr) gebe ich tatsächlich im „Facebook Safety Check“, wo ich noch als Berliner firmiere, bekannt, dass ich „in Sicherheit“ bin und lese die entsprechenden Statusmeldungen von Freunden und Bekannten. Gruselig, deprimierend. Per Mail werde ich gefragt, ob ich gerade in Berlin sei.
Der Abschluss einer furchtbaren Jahres. Und sofort geht die unerträgliche Scheiße mit „Je suis Berlin“ und „Pray for Berlin“ los. Trump und Böhmermann twittern, die eiskalte Fresse des Innenministers, Spekulationen der Presse unter dem Label „Berufung auf Sicherheitskreise“. Und selbstverständlich sind die Gedanken von irgendwelchen Scheiß-Politikern wie auf Knopfdruck bei den Angehörigen der Opfer, tränenlose Anteilnahme von Berufsheuchlern, die sich ein Wettrennen um das schnellste öffentliche Statement liefern, während noch einige Menschen mit dem Tode ringen. Wer sich heute nicht zum Nihilismus bekennt, wird es nie mehr tun.
Zufälligerweise habe ich mich gestern fast den ganzen Tag mit Berlin befasst, auch mit dem Breitscheidplatz. Den folgenden Text habe ich am Nachmittag geschrieben. Jetzt wirkt er nichtssagend und banal. Ich bringe ihn trotzdem. Nutzt ja nix …

Das alte Berlin
„Langsam durch belebte Straßen zu gehen, ist ein besonderes Vergnügen. Man wird überspült von der Eile der andern, es ist ein Bad in der Brandung.“ (Franz Hessel: Spazieren in Berlin)
Ich lese gerade „Spazieren in Berlin“ von Franz Hessel, 1929 erschienen. Hessel, 1880 in Stettin geboren, ist ein Literat, der in Berlin, München und Paris gelebt hat. Sein Sohn, Stéphane Hessel, wurde mit „Empört Euch!“ vor einigen Jahren berühmt.
Nicht nur das Berlin der Weimarer Republik, sondern auch das alte Berlin scheint in diesen kleinen Erzählungen auf. Smalltalk, Sightseeing und Bestseller sind als Begriffe schon bekannt. Auf dem Gelände des heutigen Marx-Engels-Forums ist noch dichte Bebauung, direkt gegenüber des Stadtschlosses ist das „König von Portugal“ in der Burgstraße, das älteste Hotel der Stadt (erbaut 1699).
„Am Krögel“, südlich davon, ist die letzte mittelalterliche Gasse Berlins. In den dreißiger Jahren muss sie einem Neubau weichen. Dort war früher auch das Judenghetto. 1742 lässt Friedrich der Große im Tiergarten, damals noch das Jagdgebiet der Hohenzollern, eine Fasanerie anlegen, aus der später der Zoologische Garten wird. Am Schiffbauerdamm war zu dieser Zeit noch ein Rummelplatz mit Karussell, Irrgarten und Lokalen.
An der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche beginnt zu Hessels Zeiten der Broadway Charlottenburgs, Tauentzien und Ku’damm. Um den wilhelminischen Prunkbau tost „der wilde Rundverkehr der Trambahnen, Autos, Autobusse und Menschenmassen.“ Die Kirche passt nicht in die Welt der Leuchtreklamen und der Autor wünscht sich: „Aber wenn diese Kathedrale mit dem langen Namen wenigstens ein bisschen altern und zerfallen wollte.“
Dieser Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Der Jude Hessel emigrierte 1938 nach Paris und starb 1941 im Exil in Sanary-sur-Mer, sein Sohn landete als Mitglied der Resistance in einem deutschen KZ. Aus der Gedächtniskirche wurde ein weltweit bekanntes Mahnmal gegen den Krieg. Heute wirbt man ja lieber man dem Brandenburger Tor und Preußens Glanz und Gloria. Davon gibt es ja noch genug. Die Yorck- und die Gneisenaustraße in Kreuzberg, benannt nach preußischen Generälen.
Die Gertraudenstraße südlich des Stadtschlosses war früher im Zentrum von Cölln, einer Stadt, die im Spätmittelalter mit Berlin auf der anderen Seite des Flusses fusionierte. Dort war das „Narrenhäuslein“, in das man in uralter Zeit die Betrunkenen brachte, die dort ihren Rausch ausschlafen durften. Nach einer längst vergessenen Volkssage verwandeln sich die Seelen der Verstorbenen in Mäuse und kommen in der ersten Nacht nach dem Tod zur heiligen Gertraud, in der zweiten zum heiligen Michael, bevor sie in der dritten Nacht im Jenseits ankommen. Heute ist die Straße ein seelenloser Teil der achtspurigen B 1, südlich von ihr ist eine hässliche Hochhaussiedlung aus DDR-Zeiten.
Es ist die Zeit, als noch Leierkastenmänner in die Hinterhöfe kamen und Musik machten. Die Leute kamen an die Fenster, froh über die Unterbrechung der Arbeit oder des Alltags, und warfen Münzen hinunter. Später wurde dieser Berufsstand durch die Radiotechnik wegrationalisiert.
Noch eine Berlin-Geschichte: In Tegel spukt es, ein Aufklärer sieht Gespenster und Goethe verarbeitet die Story im „Faust“: https://de.wikipedia.org/wiki/Spuk_von_Tegel
Berlin wie es war: https://www.youtube.com/watch?v=qxtiXNJ0Y1U

Montag, 19. Dezember 2016

Ein neuer Stern am Bloggerhimmel

Was könnte man über diese Frau nicht alles sagen? Sie ist aus meiner Heimatstadt Ingelheim und war Kellnerin in meiner legendären Stammkneipe "Pony Express". Ich sollte mit ihr im Auftrag des FAZ-Verlags einen Karriereratgeber für Frauen schreiben, als ich noch Hartz IV-Empfänger war. Sie macht "irgendwas mit Medien" und hat am selben Institut für Politikwissenschaft in Mainz studiert wie ich. Sie ist mindestens so witzig und schlagfertig wie Böhmermann, hat aber aus unerfindlichen Gründen immer noch keine eigene Fernsehshow. Aber jetzt ist sie Bloggerin.
Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit einem herzlichen Applaus auf meiner Blogroll den neuen Star am Bloggerhimmel:
OUT OF THE BOX
https://urelelif.wordpress.com/

Zitat des Jahres

„Bei Helmut Kohl erinnern wir uns an die Wiedervereinigung und den Parteispendenskandal, bei Gerhard Schröder an Hartz IV und den Afghanistankrieg. Was wird von Angela Merkel bleiben? Windräder und Flüchtlingsheime.“ (Johnny Malta)

Geduld ist mein zweiter Vorname

„Wir haben uns verirrt, wir haben uns in uns selbst verirrt, auf eine schreckliche Weise verirrt, wir haben uns in den Labyrinthen unseres Gehirns verlaufen, und je mehr wir uns verlaufen haben, umso schneller suchen wir herauszukommen, wir hetzen uns zu Tode, wir gehen an uns selbst zugrund.“ (Karlheinz Deschner: Die Nacht steht um mein Haus)
Ich habe ja viel über das Thema Zeit nachgedacht und bin amtlich geprüfter Meister der Entschleunigung. In der Theorie weiß ich alles über das richtige Verhalten in einem Stau oder an der Supermarktkasse. Nicht aufregen. Das bringt nichts, damit veränderst du nichts. Negative Energie zieht alles um dich runter. Und so weiter. Sie kennen das. In der Praxis habe ich aber spätestens nach zehn Minuten im Stau schlechte Laune. So richtig schlechte Laune. Das Verlangen, andere Menschen zu schlagen oder zu würgen. Gebt mir Waffen, wenn auf der A 3 nach Franken wieder mal nichts geht!
Und an der Supermarktkasse denke ich auch nicht: Nutz doch die Zeit und denk an was Schönes, sei doch froh, dass es so wunderbar langsam vorwärts geht. Keine Hektik, kein Stress. Nein. Mir schwellen bei der geringsten Verzögerung die Halsschlagadern auf die Größe von Gartenschläuchen. Dunkelrot pulsierendes Fleisch voller Hass. Die Donnerwolken des Krieges ziehen düster herauf, wenn ich bei Rewe bin.
Besonders beliebt sind jene Kreaturen („dein Name sei nicht Mensch“), die etwas umtauschen wollen. Gestern zum Beispiel eines dieser albernen und überflüssigen Wasseraufsprudeldingsbumsgeräte. Der Typ stellt sich damit nicht etwa in die Schlange, sondern kommt von vorne direkt zur Kasse und wird auch anstandslos von der Kassiererin bedient. Keiner meckert. Warum ist das so? Warum stellen sich die Vollidioten, die was Falsches gekauft haben, nicht zu uns anderen in die Schlange?
Oder ein anderes Beispiel: Irgendeine Trulla, die den ganzen Tag nichts zu tun hat, hat dreieinhalb Tomaten in einem Säckchen und erzählt was von Sonderangebot, von dem die Kassiererin aber nichts weiß. Also geht die Kassiererin los und klärt das. Es geht um Groschenbeträge. Es gibt nichts Hoffnungsloseres als eine Kasse, die nicht besetzt ist. Jetzt geht hier gar nichts mehr weiter.
Für diesen Fall habe ich seit Jahren eine Frage parat, eigentlich seit Jahrzehnten. Ich würde gerne „Vermieten Sie hier auch Hotelzimmer?“ durch den Supermarkt rufen. Denn ich wollte ja nicht bei Rewe übernachten, sondern nur ein paar Sachen einkaufen. Aber ich traue mich nicht. Vielleicht bringe ich den Spruch ja eines Tages. Sie werden dann vermutlich in der Zeitung davon lesen, denn es wird nur der Auftakt zu etwas Größerem sein.
John Foxx – The Garden. https://www.youtube.com/watch?v=esjInFLdi2o

Sonntag, 18. Dezember 2016

Der platonische Eros eines Rokokotischchens

“Ich denk an dein Auge, ich denk an deinen Ellbogen / Ich denk an deine Zahnarztrechnung, ich denk an dein Furunkel.” (Usbekisches Liebeslied)


Blogstuff 97
Um zu wissen, wer in Deutschland zu den staatstragenden Parteien gehört, muss man sich nur anschauen, wer einen Vorstandsposten in der Atlantikbrücke hat: CDU, SPD, FDP und Grüne. Das war’s. Von Seiten der Kapitalfraktion die üblichen Verdächtigen: Deutsche Bank, Daimler, Axel Springer, Roland Berger, DGB usw. Die Adresse der Geschäftsstelle ist übrigens Am Kupfergraben 7. Am Kupfergraben 6 wohnt Angela Merkel. Zufälle gibt’s …
Googele – die Firma ist doch aus Schwaben, oder?
Wenn Bob Dylan rhythmisch mit dem Finger auf den Tisch klopft, ist es Musik (manche sagen sogar: Literatur), wenn ich rhythmisch mit dem Finger auf den Tisch klopfe, ist es Lärm.
Kennen Sie das auch? Wenn Akademiker kochen, verbinden sie es gerne mit einer endlosen Klugscheißerarie, mit einem never ending Monolog, auf welchem Markt sie die Tomate gekauft haben, warum man sie nur mit diesem Spezialküchenmesser von Manuficktum schneiden darf, nach wieviel Nanosekunden man den Fond aus tibetanischem Kalbslebergedöns in den Topf rühren soll usw. Das gab es vor der Erfindung der TV-Kochshow nicht. Damals war Kochen noch einsame, verschwiegene Arbeit und die Gäste wurden nicht zu Fronarbeiten wie Zwiebelschneiden und Salatwaschen in die Küche gezwungen, sondern kamen, wenn der ganze Plunder essfertig serviert wurde und der Wein schon auf dem Tisch stand.
Andy Bonetti hat für seinen Relaunch im August den Förderpreis der Stadtsparkasse Bad Nauheim in der Kategorie „Unser Blog soll schöner werden“ bekommen.
Das Lokal an der Uferpromenade wirkte mit seiner riesigen Glaswand wie ein Aquarium. Als er es betrat, bemerkte er gleich, dass dieses Aquarium mit Rauch gefüllt war.
Sein Schweigen erschien uns immer bedeutungsvoll und als Ausdruck philosophischen Tiefgangs. Nach Jahren bemerkten wir: Er ist eine Sphinx ohne Geheimnis, um es mit Oscar Wilde zu sagen.
Werbung: „Risco Tanner – Schießen Sie auf den Dudelsackspieler“. Der Schottlandkrimi. Neu! Jetzt in Ihrer Bahnhofsbuchhandlung.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er hat in Bad Nauheim die Bewegung „Apfelwein auf Krankenschein“ gegründet.
Hätten Sie’s gewusst? Prominente sind unglaublich klein, wenn man sie mal in echt trifft. Bis auf Andy Bonetti.
Aufgemerkt! Da die Clickzahlen für Catcontent immer weiter in die Höhe schießen, habe ich mir bei Amazon einen Koalabären bestellt. Hoffentlich sieht er nicht aus wie Sigmar Gabriel.
Johnny Malta hat früher im Orchester der Integrierten Astrid-Lindgren-Gesamtgrundschule Bad Nauheim gespielt. Berühmt ist sein Tuba-Solo in „Anarchy in the UK“.
Hätten Sie’s gewusst? Der Mensch kratzt sich pro Tag 400 x am Kopf, er bohrt sich 53 x in der Nase und hat 3000 x Blähungen, die meisten davon unbewusst, z.B. im Schlaf (sogenannte Mikroeruptionen).
Wovor ich wirklich Angst habe: Bonetti wird von einem fanatischen Anhänger erschossen, der im Gefängnis einen Bestseller über seine Tat schreibt.
Egoismus? Das Wort reicht mir nicht mehr, es ist zu schwach. Autismus trifft es besser.
Über dem Fensterbrett hing eine rote Bettdecke. Es sah aus, als würde mir das Fenster die Zunge rausstrecken.
In Deutschland ist man von einem einzigen Tippfehler „grundsätzlich genervt“. Nein. Man ist nicht von diesem Tippfehler genervt, auch nicht vom gesamten Text. Man ist von seinem eigenen beschissenen Leben genervt – und das ist richtig!
Depeche Mode - It's No Good. https://www.youtube.com/watch?v=aieEZ950d1I
Sie haben immer noch nicht alle Weihnachtsgeschenke? Das darf doch nicht wahr sein! Jetzt neu: „Andy Bonetti – Inferno und Ekstase.“ Für 4,99 € als E-Book.

Samstag, 17. Dezember 2016

Autor Nr. 1

Viele Leser fragen mich, wer der beste Autor im deutschen Sprachraum ist. Natürlich werden Sie jetzt denken: Andy Bonetti. Ich kann es Ihnen nicht übel nehmen. Dem Charme seiner Sprache und der Wucht seiner dramaturgischen Konzeption kann man sich nur schwer entziehen. Wer Bonetti nicht vergöttert, hat entweder von Literatur keine Ahnung oder er hat ganz generell ein schweres Problem.
Es gibt allerdings einen einzigen Autor, der im 21. Jahrhundert in der Lage ist, Andy Bonetti auf den zweiten Platz zu verweisen: Andreas Glumm. Er bewegt sich auf dem Niveau der großen Amerikaner wie James Purdy, Bill Burroughs und Charles Bukowski Es fehlt ihm ein Verleger, der ihn regelmäßig in den Arsch tritt und Manuskripte fordert, so wie es Unseld bei Bernhard gemacht hat. Glumm veröffentlicht nichts ohne Druck, Erpressung oder Androhung körperlicher Gewalt.
Es gibt also eine klare Hierarchie: erst Glumm lesen, dann Bonetti. Den Rest können Sie sich sparen. Lohnt nicht.
https://glumm.wordpress.com/
http://500beine.myblog.de/

Von Hagen nach Siegen


In Hagen, dieser stolzen Stadt
Die nichts von einem Drecksnest hat
Geriet ein Mann in arge Not
Und das schon vor dem Morgenrot

Indes die Frau an seiner Seite
In Ahnung einer Poker-Pleite
Hat Geld parat für solche Zwecke
Versteckt unter der Daunendecke

So zieht sie ihren Mann am Ohr
Aus der Spelunke rasch hervor
Und leitet ihn mit derben Hieben
Zurück ins eig’ne Heim nach Siegen

Schraubenzieher-Man – Die Vorgeschichte

„Wenn Pippi Langstrumpf jemals eine Funktion gehabt hat, außer zu unterhalten, dann war es die, zu zeigen, dass man Macht haben kann und sie nicht missbraucht. Und das ist wohl das Schwerste, was es im Leben gibt.” (Astrid Lindgren)
Der Waise Andy Bonetti, der bei seiner betagten Tante Mandy und Onkel Randy aufwächst, ist ein schüchterner, unbeliebter Nerd. Er ist das Alter ego von Matthias Eberling, einem genialen Schriftsteller. Nachdem Eberling versucht, den jungen Johnny Malta zu retten, als dieser auf das Versuchsgelände rennt, auf dem Eberling und sein Team gerade ein Experiment ausüben, wird Eberling mit einem radioaktiv verseuchten Schraubenzieher verletzt. Aufgrund dieser enormen Strahlung verwandelt sich Eberling zu einer großen, übermenschlich starken, grünen Kreatur.
Nach der Verletzung entwickelt er verschiedene Superkräfte: die proportional vergrößerte Schraubkraft, die Geschwindigkeit und Wendigkeit eines Schraubenziehers, die Fähigkeit, Dinge zu drehen und einen „Schraubsinn“. Er nennt sich daraufhin Schraubenzieher-Man und näht sich ein rot-blaues Kostüm mit Schraubenmotiven. Zudem ist Schraubenzieher-Man ein gewitzter Sprücheklopfer, der seine Gegner gerne in Wortspiele oder lange, ermüdende Grundsatzdiskussionen verwickelt.
Als Kind musste Andy Bonetti mit ansehen, wie ein Straßenräuber seine Eltern, Brandy und Candy Bonetti, in einer dunklen Gasse erschießt. Nach einer großzügigen Spende „übersieht“ das zuständige Sozialamt die Waise. Andy wird daher zunächst vom Butler, Heinz Pralinski, aufgezogen. Er legt einen Schwur am Grab seiner Eltern ab, Bad Nauheim vom Verbrechen zu säubern. Dafür trainiert er hart und studiert auf der ganzen Welt Kriminalistik, Chemie, Mathematik, Physik, Creative Writing und zahlreiche Selbstverteidigungsarten.
Bonetti ist der Ansicht, dass Kriminelle von Natur aus ein „feiges und abergläubisches Pack“ sind und seine Verkleidung sie daher zusätzlich in Angst und Schrecken versetzen soll. Als Motivation dient Andy Bonetti der Antrieb, der weltbeste Kriminalist, Nahkämpfer und Athlet seiner Zeit zu werden, um diese Fertigkeiten im Kampf gegen das Verbrechen einzusetzen. Im wahren Leben gibt sich Bonetti als stinkreicher Schnösel und Frauenheld aus, was jedoch nur dem Schein dient, um seine Geheimidentität zu schützen.
Tatu – Not Gonna Get Us. https://www.youtube.com/watch?v=eHPxEoVEhLs

Freitag, 16. Dezember 2016

Nichts Neues unter der Sonne

„Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll. Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ (Prediger 1, 8-9)
Die deutsche Presselandschaft beklagt die „Fake News“ und die Desinformationskampagnen russischer Hacker. Warum erhält dieses Thema so viel Aufmerksamkeit? Hätten die Mainstream-Medien weniger gelogen, weniger den Regierenden nach dem Munde geredet, hätte sich das Publikum nicht neue Informationsquellen suchen müssen. Wer jetzt über das abwandernde Publikum jammert, ist selbst dran schuld. Die Menschen kaufen in den neuen Läden ein, die zum Teil Lügen verbreiten, zum Teil aber auch die Wahrheit, die man in den Mainstream-Medien nicht mehr lesen kann. Aber sie lassen im Gegenzug das staatstragende Gesülze hinter sich.
Fake News nannte man übrigens früher Zeitungsenten. Der Einsatz von Fehlinformationen zu strategischen, politischen oder ökonomischen Zwecken ist so alt wie die Menschheit. „Hinter dir ist ein Säbelzahntiger.“ Du drehst dich um und ZACK hat dich die Keule von dem fiesen Typen aus der Nachbarhöhle getroffen. Später dann der Sender Gleiwitz oder die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein. Nichts Neues unter der Sonne.
Überhaupt habe ich den Eindruck, das Internet werde aktuell total überschätzt. Vermutlich wird jede neue Technologie als Nabel der Zeit gesehen und jede Generation hält sich für bedeutend und epochemachend. Aldous Huxley lässt mit der Erfindung des Fließbands eine neue Zeitrechnung anbrechen („vor Ford“ – „nach Ford“). Jede Generation hat ihr bahnbrechendes Ereignis: für die Urgroßeltern war es der Mord in Sarajevo und der Beginn des Ersten Weltkriegs, für die Großeltern der Selbstmord Adolf Hitlers und das Ende des Dritten Reichs, für die Eltern der Kennedy-Mord und der drohende Atomkrieg, für uns die Terroranschläge unter dem Label „Nine-eleven“.
Vielleicht leben wir auch gar nicht in bedeutenden und aufregenden Zeiten? Vielleicht nehmen wir uns auch einfach nur sehr wichtig? Vielleicht haben die Menschen in der Antike sich auch für einen Höhe- und Wendepunkt der Weltgeschichte gehalten? Ich sehe das Internet und einzelne Phänomene wie Fake News oder Social Media ganz nüchtern. Im Netz geht es überhaupt nicht ständig um Politik und Nachrichten. Das glauben nur die Redakteure, die über das Netz schreiben. Neunzig Prozent der Posts sind private Themen, Banalitäten des Alltags, Geplauder am digitalen Gartenzaun.

Wurde jemals eine Regierung durch die Macht des Internets gestürzt? Mir fällt kein einziger Fall ein. Aber plötzlich reden alle davon, Putin habe über Hacker und Bots die amerikanische Wahl manipuliert. Als hätte man im Kreml beschlossen, wer der nächste Mieter im Weißen Haus sein wird. Wenn das wahr wäre, müssten wir ja nur in Moskau anrufen und fragen, wer nächstes Jahr die Bundestagswahl gewinnt. Dann können wir uns den Wahlkampf und die Debatten sparen.
Ich kenne persönlich niemanden, der mit der Wahl Trumps einverstanden war. Aber als Verlierer im Anschluss „Manipulation“ zu schreien und mit dem „bösen Russen“ mal wieder den ewig gleichen Täter zu benennen, ist an geistiger Armut kaum zu überbieten. No-Brain-Area. Das ist eine Verschwörungstheorie – und die gibt es auch auf der Ebene der politischen Elite und ihrer Hofberichterstatter in den Pressehäusern. Das ist pure Demagogie und hinter der Warnung vor den Fake News steht unausgesprochen der Wunsch, man möge doch wieder mehr Zeitungen der Mainstreammedien kaufen und ihnen wieder vertrauen. Mit diesen Methoden wird das aber sicher nicht gelingen. So viele Fake News wie der Springer-Verlag in den letzten Jahrzehnten wird das Internet nicht schaffen. Nichts Neues unter der Sonne.
OMD - Electricity. https://www.youtube.com/watch?v=Y43XLVqjytQ