Montag, 5. Dezember 2016

Es geht uns gut?

„Den Deutschen geht es so gut wie noch nie“ (FAZ, SZ und der ganze Rest). Dämlicher kann man die Gesellschaft nicht beschreiben. Die Deutschen? Schon in einer einzelnen Straße Berlins leben Akademiker mit Klavier und Riesterrente neben Hartz IV-Empfängern, leben Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung, Einkommen, Alter und Weltbild. Wer Sätze mit „Die Deutschen“ beginnt, dem ist nicht mehr zu helfen. Wahlweise gehen die Beschreibungen schlicht von sich selbst aus, nach dem Motto „Mir geht’s doch gut, also geht es allen gut“ (FAZ-Hank fragt ernsthaft, ob irgendeiner seiner Leser einen „Abgehängten“ persönlich kennt), oder von einem Idealbild, das in die eigene Sicht der Dinge passt. Linke Erweckungsprediger sehen dann nur noch Arme und Ausgebeutete. „Der Deutsche“ existiert nur in der Phantasie und sämtliche Durchschnittswerte, z.B. das durchschnittliche Einkommen oder Vermögen, die ihn beschreiben sollen, sagen nichts über die Lebensverhältnisse der Leute, die man zufällig heute in der Fußgängerzone gesehen hat.Wie geht es uns wirklich? Wer sind wir überhaupt? Medien, Politik und Wissenschaft können uns zu diesen Fragen keine Auskunft geben.

Kommentare:

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  2. Ähhh.......
    Es ist in der Tat so, daß es in D große Unterschiede zwischen oben und unten gibt.
    Es gibt aber immer noch eine gnadenlos dicke Mittelschicht.
    Bei mir im Südwesten auf jeden Fall.
    Bosch, Daimler, Porsche, Boss, IBM, Ihr wisst bescheid, da wird ordentlich verdient.
    Wenn man in so einer Blase lebt verschiebt sich natürlich der Blickwinkel.
    Da ist, da fühlt man sich schon als Verlierer, wenn man nur einen 3er BMW fährt, und keinen 5er.
    Provinzpossen.
    Sieht man sich dann in Bochum oder Herne 3 um wird die Stirn schon eher faltig.
    Jetzt kann man sagen, als Harzer geht es einem doch noch gut, man hat Behausung und verhungert nicht.
    Im Vergleich zu 80% ( 90% ?? sagen Wir 85%, OK ? ) der Weltbevölkerung stimmt das auch.
    Diese 80% zahlen das ja auch, bei der Gelegenheit.
    Also, wer hat jetzt recht ???
    Ich weiß, ich liege moralisch völlig daneben.
    Absolut.
    Vorsicht, jetzt wird es ätzend............
    schicken Wir doch mal alle Unzufriedenen.....
    nein, es geht nicht.........
    nach Südamerika, ach was, USA reicht auch schon, am besten mal ohne Staatsknete....
    Arghhh.......Aua...
    Was ist richtig ???

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    1. Du meinst also, alle die nicht SPD, CDU/CSU und Grüne wählen, schicken wir ins Dschungelcamp? Ein Drittel der deutschen Bevölkerung? Welche Drogen nehmt ihr schwäbischen Ingenieure eigentlich? :o)))

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  3. Ohuu, eine detaillierte Liste wäre jetzt zu aufwendig.
    Alleine die ganzen Beipackzettel mal richtig lesen.
    Nein, mir fehlt hier die statistische Sicherheit.
    Sind wirklich 1/3 der Deutschen arm ?
    Also was hierzulande als arm gilt.
    Keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Bildung oder zu Büchereien etwa.
    Schau Dir mal staatliche Schulen in sonst wo außerhalb Deutschlands an.
    Kein Auto, keine mind. 70 m² für 2 Personen.
    Keine Auslandsreisen.
    Keine Wochenendtrips mit der Lieben in schöne Hotels mit Spa-Bereich.
    Nicht mind. alle 2 Wochen mal zum Italiener/Spanier/Grönländer. (Ganz angesagt jetzt.)
    Der ganze Scheiß halt.
    Der Gärtner meines Kumpels in Brasi. lebt in einer Bretterbude auf dem Grundstück.
    Er hat fließend sauberes Wasser. Das ist schon mal der Hammer.
    TV und eine Honda.
    Es ist zum heulen, aber der Typ hat es schon fast geschafft !
    Ich weiß, ich kann mir auch nicht zuhören. Es ist furchtbar.
    Ich kenne viele Harzer.
    Spiel nicht mit den Schmuddelkindern.
    Ich nenne so etwas uralte Freunde.
    Das größte Problem von denen ist nicht zu wenig Kohle.
    Kohle ham die wirklich wenig, aber zum saufen und rauchen reicht's noch.
    Reichlich !
    Ne, es ist das Ausgeschlossen sein.

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    1. Es wird in diesen Debatten immer gerne mit der Armut in der sog. Dritten Welt verglichen. Arm ist man aber im Vergleich zu seinem sozialen Umfeld. Wenn es Menschen in Mali gibt, denen es noch viel schlechter geht, hilft dieser Gedanke in Deutschland nicht weiter.

      Deine Freunde gehen ins Kino. Du kannst nicht mitgehen. Das macht dich zu subjektiv zu einem armen Menschen, auch wenn herzlose Volkswirte uns einreden wollen, dass man erst hungern muss, um sich arm fühlen zu dürfen.

      Die Kinder deines Nachbarn waren in den Sommerferien in Spanien, deine Kinder haben in der Schule nichts von Reisen zu erzählen. Du fühlst dich arm.

      Du hast Angst vor der nächsten Mietererhöhung, weil du schon auf dem Zahnfleisch gehst. Du weißt, dass die Rente im Alter nicht reichen wird. Armut hat viele Gesichter.

      Und für den Suff langt es sogar den Obdachlosen - denn nur in betäubtem Zustand ist das Elend zu ertragen.

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    2. Richtig !
      Ich sagte ja, es geht um das ausgeschlossen sein.
      Und mein Gott, ich kenne das Gefühl, meine Eltern hatten auch nie die Kohle, mir ein neues Mofa zu kaufen, oder eine Stereoanlage.
      Oder gar Schallplatten, jede Woche eine Neue.
      Wie bei meinem Freund, bei dem ich dann rumgehockt bin, zum Musik hören.
      So what? Bin ich deshalb ein Leben lang traumatisiert ? Ach was !
      Wir sollten uns nicht danach richten, wie schlecht es unseren Ärmsten geht, sondern wie schlecht es den Ärmsten außerhalb Europas geht !
      Weil ja, den Armen in D geht es im Vergleich zu Leuten in Mali wirklich viel besser.
      Und um dieses Niveau zu halten müssen wir schauen, daß es endlich dort, z.B. in Mali, mal aufwärts geht.
      Es ist Symptomatisch, daß bei VW in Wolfsburg für bessere Löhne in D gestreikt wird, statt für die Kollegen in Bratislava.
      Eine bessere Sicherung des Arbeitsplatzes gäbe es wohl nicht.
      Höhere Löhne bei VW in Ungarn, Polen, Tschechien und sonst wo.
      Nicht bei uns! Ein Bandarbeiter in Wolfsburg schiebt mehr ein als ich. Als Ing.
      Es sei ihm gegönnt, bitte, aber da sieht man mal von welcher Warte aus hier noch mehr Lohn gefordert wird. Nun gut, jetzt wird eben entlassen, und das hat nix mit dem Abgasskandal zu tun. Es passt halt gerade so gut !
      Also, sehen wir es wie es ist, ich fühle mich nicht ausgeschlossen, weil ich keinen 911er habe, nicht im Golfklub bin und bestimmte Leute nicht zu meinen "Freunden" zählen darf.
      Aber ich bin jeden Tag dankbar, daß ich gesund bin, tolle Freunde habe, und jeden Tag was gutes zum Essen auf dem Tisch dampft.
      Herrlich.
      Und das alles ohne Opernball in Wien, mit den Piechs und Quandts. Würg.

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  4. Ach ja, noch einer.
    Der Sohn eines Saufkumpans, selber Harzer,
    hat jetzt den Dr. in Mathematik gemacht.
    Was im natürlich sehr gefällt.
    Also dem Harzer.

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