Samstag, 3. September 2016

Wie alt ist der Wind?

Eine schwachsinnige Frage für poesiekranke Gymnasiasten!


Blogstuff 67
„Im Innenhof spielen ein paar nervige Kinder. Können die nicht wie normale Menschen in einem dunklen Raum Scheiße ins Internet schreiben?“ (Horst Hutzel)
Sigmar Gabriel, eigentlich der Kompass der SPD, funktioniert wie eine Armbanduhr: Da, wo der kleine dicke Zeiger gerade hinzeigt, ist Norden.
Ausgerechnet Schriftsteller und Künstler sollen sich wie Unternehmer verhalten. Sie sind nur am Umsatz ihrer Produkte beteiligt, haben jedoch keinen festen Arbeitsplatz und sind in der Phase der Produktion materiell ungesichert. Warum gibt es den Kreativen nicht als Angestellten – und sei es mit dem Gehalt eines einfachen Arbeiters, sagen wir 1200 Euro netto im Monat? Im Gegenzug stellt er seine Produkte – z.B. ein Blog – unentgeltlich der Allgemeinheit zur Verfügung. So würde Vati Staat endlich einmal die Kultur außerhalb der Opernhäuser und Konzertsäle fördern.
Es gibt ein Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, aber wer vertritt eigentlich männliche Singles wie mich?
Im Sommer kam ein Wandertheater ins Dorf, das im alten Gasthof Lichtspiele aufführte. Und so saßen wir abends im abgedunkelten Saal, das Vorführgerät surrte monoton und wir erblickten staunend zum ersten Mal das gütige Antlitz unserer Königin Angela, und wir verfolgten mit atemloser Spannung den Bericht über unsere ruhmreiche Armee, die in fernen Ländern unser schönes Leben sicherte.
Ich bin transästhetisch: ein schöner Mann, gefangen im Körper eines alten Fettsacks.
Seit dem AfD-Parteitag bei uns in Bingen prangt der Spruch "Nationalismus ist keine Alternative" am anderen Rheinufer. Nur das K wurde entfernt, aber wieder erneuert. Jetzt lese ich bei Indymedia, dass es sich um eine Antifa-Gruppe handelt, die um zwei Ecken vom Bundesfamilienministerium finanziert wird. Sie prahlen mit den dreißig Litern Farbe, die sie verbraucht hätten. „Er soll die neue Wacht am Rhein werden und den Eingang des Mittelrheintals bewachen“, heißt es zum Slogan. Klingt doch ein bisschen nach Herr der Ringe oder anderer völkisch angehauchter Kinderkacke. Buben- und Mädchenstreiche, so was haben wir früher ohne Presseerklärung in der großen Pause erledigt. Aber jede Splittergruppe hat ja heutzutage einen Business-Plan, eine Rechtsabteilung und eine Pressesprecherin.
Hätten Sie’s gewusst? Der höchste militärische Dienstgrad der Nationalen Volksarmee war „Marschall der DDR“ (1982 – 1989), wurde aber nie vergeben, da er nur im Kriegsfalle verliehen werden durfte.
In der nordischen Mythologie tritt beim Untergang der Welt, der „Götterdämmerung“, Nidhöggr auf, der Menschenwürger, der die entseelten Leiber aussaugt. Klingt irgendwie nach Neoliberalismus, oder? Vielleicht haben wir es ja bald hinter uns?
Man hört immer wieder, dass Politiker in den westlichen Staaten von Unternehmern bestochen werden oder im Anschluss an ihre Karriere mit fetten Posten versorgt werden. Aber haben Sie schon mal davon gehört, dass man die Taliban heimlich mit Coca-Cola beliefert hat? Wir mögen die Ziele unserer Gegner nicht teilen, aber sie sie haben eine höhere moralische Integrität als unsere Anführer.
Am Anfang jedes Wahnsystems / jeder Ideologie steht eine Hypothese. Sagen wir mal: Der Islam ist der Untergang des Abendlands. Im nächsten Schritt sucht man Belege für diese These. Ich nenne es selektiven Eklektizismus. Gegenargumente werden systematisch ausgeblendet, sie sind wahlweise irrelevant, unwahr oder Teil einer perfiden Strategie des Gegners. Merke: Tatsachen und Argumente stehen nicht am Anfang einer Weltanschauung, sie können einer Weltanschauung also auch nichts anhaben.
Jesus ist für mich die Nr. 1 aller göttlichen Wesen der Menschheit. Warum? Er konnte Wasser in Wein verwandeln. Ein Traum!
Ein Schuljahr hat etwa 1200 Schulstunden. Da komme ich in dreizehn Jahren auf 15600 Stunden Unterricht. Und eigentlich weiß ich recht wenig.
Bonettis Medienimperium muss man sich wie einen Eisberg vorstellen. Das Kiezschreiber-Blog ist nur der sichtbare Teil, die wesentlichen Texte finden Sie im Darknet.
Es heißt, die Unternehmer würden zu wenig investieren. Überlegen Sie mal: Nehmen wir an, Sie hätten eine Milliarde Euro. Dann würden Sie doch leben wie Gott in Frankreich. Wozu das Geld mit unternehmerischer Tätigkeit riskieren? Und Arbeit macht das Chef-Sein auch noch. Natürlich verhalten sich unsere hochgemästeten Unternehmer immer weniger unternehmerisch. Ich würde es genauso machen.
Erasure - Blue Savannah (Remix). https://www.youtube.com/watch?v=BroDnKLzRX4

Alte Synagoge in Schwabenheim 1968, ein Zentrum des internationalen Finanzjudentums, 1970 abgerissen.

Kommentare:

  1. Danke, für die Aufnahme in deinen Blogroll. Ich habe selber lange nach dem Tool bei mir gesucht.
    Der heutige Blogstuff gefällt mir sehr gut. Fett, Alter, Fett!

    Sigmar, als kleiner dicker Zeiger... Eigentlich müßte er die Mondphasen anzeigen, so langsam, wie der sich geistig dreht.

    Ich habe zwar Familie, aber ich will nicht durch die Schwesig vertreten werden, weder durch die noch von anderen Politspacken. Vertrete mich/uns selba. Ausserdem hat die Schwesig nur Zeit für C-Promis wie #gina-lisa. Der Maas auch.

    Wer war eigentlich für Bier verantwortlich? Jesus nicht, das weiss ich.

    Wie komme ich in Andys Darknet? Erbitte Zugangsdaten.

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    1. Ja, das mit dem Relaunch war eine verdammte Fummelei. Aber ich bin zufrieden. Aber ich habe auch nicht so hohe Ansprüche.

      Für Bier sind St. Florian, St. Augustinus und St. Bonifatius verantwortlich.
      "Schließlich gibt es noch St. Arnulf, der Bischof von Metz war und 641 starb. Als man ihn begrub, war es Hochsommer und so heiß, daß der Zug, der den Sarg begleitete, vor Durst fast umkam. Nur ein einziger Krug Bier war da. Und da geschah ein Wunder: Alle im Zug hatten plötzlich einen vollen Krug in den Händen und konnten trinken. Es ist verständlich, daß St. Arnulf bis ins 12. Jahrhundert als Beschützer des Bieres und der Bierbrauer galt." (Bier-Lexikon)

      Darknet? Bist du denn schon 18? Hast du genug Bitcoins für die kostenpflichtigen Pointen? ;o)))

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  2. "Dicke Leute sind wie verschneite Fahrräder", meinte Max Goldt. Dieses poetische Bild hilft mir, die täglichen Gebresten zu tragen - schwer zu tragen.

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  3. ....Wasser in Wein verwandeln ist doch keine Kunst.....frag mal nen erfahreren alten Winzer....

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  4. Ah okay, da rechts das mit der Liste erklärt warum ich so viel Besuch von deinem Blog bekomme wie sonst fast nur via Pantoufle, aber schön, dass es doch geklappt hat.

    Punkt drei in deinem Post sorgt tatsächlich immer wieder für Diskussionen und Klein-Kriege unter Kreativen. Könnte ich einen Post drüber machen irgendwann mal, habe ich aber keine Lust und keine Zeit zu. Überhaupt muss ich heute wieder "nerven" gehen, weißt scho.

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    1. Ick raste aus. Er hat ne Blogroll. Dachte schon ick muss mal mit ein paar Kumpels vom russischen Forderungsmanagement vorbeikommen und Kneifzange mit Lötkolben auf den Tisch legen. Sehr schön. Nur was diss ich denn nu als nächstes... dein 60 Jahre altes Profilbild? :)

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    2. Es ist erst dreizehn Jahre alt, Mister Glashaus. Ein aktuelles Bild habe ich ja am 15. August eingestellt. Das muss reichen.

      Schön, dass sonst alles im grünen Bereich ist, Cheffe. Da werde ich mir heute mal ein Piccolöchen aufmachen. Nächstes Relaunch: 2025, wenn die Merkel abtritt und Petry Bundeskanzlerin wird. Die Basisfarben Braun und Grau habe ich ja schon im Blog.

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    3. Fantastisch. Was ist eigentlich ein Zeitforscher und was will er?

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    4. Er schreibt seine Doktorarbeit über den Zeitfaktor in der Politik, erforscht dann die ökonomisch geprägten Lebensrhythmen in ausgewählten Fallstudienstädten und berät Gewerkschafter im Bereich Arbeitszeitpolitik und Kommunalpolitiker. Du hättest jetzt im Urlaub mal so richtig Zeit, um meine ganzen Fachbücher zu lesen. Aber der feine Herr nimmt ja kein bedrucktes Totholz zur Hand.

      Und jetzt will er ein paar Folgen "Rebellen vom Liang Shan Po" sehen, muss aber vorher noch die zweihundert Meter bis zum Winzer seinen Vertrauens bewältigen.

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  5. Versteh isch nisch. Ökowas? Kommu... hä?... bist du Kommunist oder was?

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  6. Ja, ich bin Kolumnist. Ein radikaler Kolumnist, ein Vertreter des Graswurzel-Marxismus-Kolumnismus - Old School, Wladiwostok und darüber hinaus.

    Was habe ich heute im Gespräch mit meinem Winzer gelernt und werde es demnächst in kolumnistischer Form an die Komsomolzen meines Blogs, die Bonettistas, weitergeben? Es gibt in Europa Flüssigglastransporte, über tausend Lkws sind täglich mit dieser hochgefährlichen Ladung unterwegs. Du hast richtig gelesen: Flüssig-GLAS, nicht Flüssiggas. Das Glas wird aber mit Gas heiß gehalten. Es gibt nur noch so wenig Glashütten in Europa (Oligopol), dass Lkws mit dieser Ladung auf den Straßen unterwegs sind. Ganze Staaten produzieren kein eigenes Glas mehr!

    Außerdem: Der Plastikring, der am Hals einer PET-Flasche bleibt, wenn sie den Verschluss abgeschraubt haben, heißt „Neckring“ (nicht verwechseln mit dem englischen Wort für den Halsschmuck, mit dem die Hälse der Frauen in einigen afrikanischen und asiatischen Kulturen gestreckt werden).

    Hier kommt täglich so viel Material rein, dass ich ein Zweitblog gut gebrauchen könnte. Aber das Relaunch hat mich total ermattet ...

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    1. Jawoll. Hau weg die Scheiße. Wir Blogger müssen doch zusammenhalten *rülps*

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