Montag, 19. September 2016

Die Blitzanalyse zu den fünf Landtagswahlen 2016

Die Bonetti-Laboratorien haben keine Kosten und Mühen gescheut, um Ihnen die Ergebnisse der Landtagswahlen 2016 auseinanderzuklamüsern und zu verkasematuckeln.
Was macht ein Kaufmann, dessen Umsätze von Jahr zu Jahr sinken und der seine Kundschaft in andere Läden abwandern sieht? Vielleicht versucht er es eine Weile mit verstärkter Werbung und mit reduzierten Preisen. Aber wenn das nicht hilft, muss er sein Produkt ändern. Sonst kann er seinen Laden irgendwann dicht machen. Denn als Kaufmann weiß er: Der Kunde ist König.
Was macht eine Partei, deren Wahlergebnisse von Jahr zu Jahr schlechter werden und die ihre Wähler zu anderen Parteien abwandern sieht? Vielleicht versucht sie es eine Weile mit verstärkter Werbung (i.e. Propaganda und wohlwollende Hofberichterstattung in den Medien) und mit reduzierten Preisen (i.e. Steuersenkungen und Brosamen wie dem Mindestlohn oder der Frauenquote in Aufsichtsräten). Aber wenn das nicht hilft? Dann muss man es den Wählern eben noch einmal erklären – und nochmal und nochmal. Nannystate redet mit den ungezogenen Kindern, die eine „falsche“ Wahl getroffen haben. Das Produkt wird nicht verändert, es wird ein wenig Verständnis geheuchelt. In der Politik ist der Kunde offenbar nicht König.
Was will der Kunde?
1. Soziale Gerechtigkeit, konkret also einen Abbau sozialer Ungleichheit und Bekämpfung der Armut und der Wohnungsnot der unteren Schichten. Wissenschaftler in den Bonetti-Laboratorien haben gerade die Berliner Daten durch den Fleischwolf gedreht: Überdurchschnittlich viele Arbeiter, Plattenbaubewohner, Hauptschul- und Realschulabsolventen haben AfD oder Linke gewählt, während Selbstständige, Hochschulabsolventen und Bewohner gutbürgerlicher Stadtteile überdurchschnittlich häufig Grüne und FDP gewählt haben. Die Parteien der Großen Koalition in Berlin und im Bund kamen zusammen auf 39 Prozent. Sinkende soziale Gleichheit befördert offenbar die Zentrifugalkräfte im Parteiensystem.
2. Keine weiteren Alleingänge und einsame Führerentscheidungen der Kanzlerin in wichtigen politischen Fragen (Migration, Schuldenkrise, Wirtschaftspolitik), die in den vergangenen Jahren die Zentrifugalkräfte in der EU gestärkt haben.
3. Keine internationalen Wirtschaftsabkommen wie TTIP, CETA, TISA, die zu Lasten der Arbeitnehmerrechte und des Verbraucherschutzes gehen.
Wir werden 2017 sehen, ob die Kaufleute im Raumschiff Berlin ihr Produkt den Kundenwünschen angepasst haben. Viel Hoffnung haben die Experten in den Bonetti-Laboratorien allerdings nicht.
Arcade Fire - Wake Up. https://www.youtube.com/watch?v=9zdNdjF-htY
So feiern die Sieger in Berlin. Quelle: Robert Frenz, rbb Abendschau, auf twitter.

Kommentare:

  1. Ich bin der Ansicht, dass der Kunde nicht wirklich weiß was er will bzw. er zwar alles haben möchte, aber sich nicht im Klaren darüber ist, dass er dafür auch einen Preis zu zahlen hat.

    Eine gesunde Abweichung der sozialen Gleichheit halte ich für in Ordnung, wenn Sie denn durch Eigeninitiative auch wieder verringert werden kann.

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    1. Für ein Produkt von hoher Qualität, sagen wir mal ein gutes Steak, dass möglicherweise auch noch von einem exzellenten Koch zubereitet wurde, zahlt der Kunde aber auch gerne.

      Der Kunde weiß sicher auch, dass soziale Gerechtigkeit nichts mit sozialistischer Gleichmacherei zu tun hat.

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  2. Jetzt haben sie es geschafft. Ich muss Mettbrötchen boykottieren!
    P.S.: Die Lampretti-Foundation hat den Faktor Infrastrukturapokalypse (Siehe Notfallration) vergessen.
    Oder die heutigen Studenten können das nicht mehr fehlerfrei aussprechen. Aber das wäre nun auch wieder gleich.

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    1. Mett ist international. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie uns Mettbrötchen mit Zwiebeln und schwarzem Pfeffer nehmen. Gib nicht auf! Rede mit deinen Nachbarn darüber!

      Und beim Thema Infrastrukturapokalypse schließt sich der Kreis zum Mettbrötchen.

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  3. Der Kunde weiss überwiegennd schon, was er will und braucht. Er bekommt es nur nicht mehr!

    Is aus, kommt nich wieder rein....

    "Moin, bitte 2 Steaks! - Guter Mann, hier gibts nur Schrauben und Kabel. - Ja, aber jeder Lsden in diesem Ort verkauft nur noch Schrauben und Kabel. Ich muss was essen und brauche keine Schrauben oder Kabel. - Hier gibt's aber nur Schrauben und Kabel, BASTA"

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    1. Manche Parteien verkaufen ja WLAN-Kabel und viereckige Schrauben ...

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