Mittwoch, 14. September 2016

Blogstuff 71 – Reise durch das gastrische System

„Was erwarten Sie denn noch? Ein Volk, das sich alkoholfreies Bier aufschwatzen lässt, das greift auch zu einer kompetenzfreien Regierung.“ (Volker Pispers)
Als Toni nach Berlin kam, ließ er den Priesterinnen der Venus an der Kurfürstenstraße seinen ritterlichen Schutz angedeihen. Wenig später checkte er im Grandhotel Tegel ein – ohne Bewährung.
Hätten Sie’s gewusst? Der Plastikring, der am Hals einer PET-Flasche bleibt, wenn Sie den Verschluss abgeschraubt haben, heißt „Neckring“ (nicht zu verwechseln mit dem englischen Wort für den Schmuck, mit dem die Hälse der Frauen in einigen afrikanischen und asiatischen Kulturen gestreckt werden).
Universelle Regel der Religionen, die ich mir wünsche: Wer auch immer glauben mag, ein anderer Mensch müsse in der Hölle brennen, wird selbst im Höllenfeuer umkommen.
Jetzt mal ganz im Ernst: Sehen Männer mit Hüten nicht viel besser aus? Ich meine jetzt nicht diese doofen Base-Caps, mit denen jeder Bankangestellte aus Unna aussieht wie ein Treckerfahrer in Kentucky. Ein richtiger Hut! Männer, traut Euch!
Ja, ja, höre ich jetzt die Männer sagen. Die anderen machen es ja auch nicht. Aber ein Buch mit dem Titel „The ultimate nipple ride“ kaufen – das geht, oder was !?!
Der Lieferdienst von meinem Bäcker heißt „Teilchenbeschleuniger“. Ich empfinde solche Wortspiele inzwischen als Belästigung.
Sprache des Monats: „Riograndenser Hunsrückisch“. Sie wird von den Nachkommen deutscher Auswanderer in Südbrasilien gesprochen (für kurze Zeit war die Gegend als „Republik Piratini“ sogar unabhängig!). Wenn man in dieser Sprache fragen möchte, ob alles in Ordnung sei, sagt man „Alles blau?“ Einen Indio nennt man Barrankenhucker, Rappelschwanz oder Blauer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Riograndenser_Hunsr%C3%BCckisch
Ich erinnere mich an die Zeit, als ich voller Euphorie aus dem Schallplattenladen im Ingelheimer Einkaufszentrum zurückkam. Uli Baldering hieß der Besitzer des Geschäfts, das längst geschlossen ist; auch das Einkaufszentrum wurde gerade abgerissen. Ich war so gespannt auf den ersten Hörgenuss – und doch oft enttäuscht, weil meine großen Erwartungen nicht erfüllt wurden. Erst allmählich freundete ich mich mit der Musik an, ich hörte sie wieder und wieder. Inzwischen ist es wie in einer alten Ehe. Ich und die Musik der achtziger Jahre, vor allem die englische Musik, die ich damals hörte. Punk, New Wave, Rock. Ultravox, Depeche Mode, David Bowie, Sex Pistols, The Clash, Queen, Pink Floyd. Viele Lieder und Platten habe ich in den vergangenen Jahrzehnten weit über hundert Mal gehört. Sie gehören zu meinem Leben und werden nicht langweilig. Welchen Film könnte man hundert Mal sehen, welches Buch hundert Mal lesen? Ihre Kraft hat etwas Magisches, etwas Unzerstörbares. Sie wird mich für den Rest meines Lebens begleiten.
September. Zeit für das alljährliche Lamento, dass es jetzt schon wieder Weihnachtsgebäck und Schokoladennikoläuse in den Supermärkten gibt. Das fand ich schon vor zehn Jahren langweilig und es wird nicht besser, wenn ich es dieser Tage wieder überall lesen muss. Warum gibt es nicht das ganze Jahr Weihnachtskrempel und Osterzeug? Im Internet ist das bestimmt schon Realität. Zumindest ist für diesen Auswuchs des Kapitalismus noch keiner gestorben. Hoffe ich zumindest. Bei mir hängt der Adventskalender schon seit letzter Woche – ich weiß nur nicht, ob ich die Disziplin aufbringe, das erste Türchen drei Monate unangetastet zu lassen. Im Dezember werden übrigens die Osterhasen hergestellt:
http://www.pfaelzischer-merkur.de/titelseite/aufmacher/Aufmacher-Pirmasens-Adventskalender-Fabriken-Muenchweiler-an-der-Rodalb-Osterhase-Produktionsunternehmen-Schokolade-Schokoladenfabriken-Suesswarenbranche-Umsatz-Eilmeldung;art27803,5542072
Arcade Fire - Sprawl II (Mountains Beyond Mountains). https://www.youtube.com/watch?v=rH_7_XRfTMs

Kommentare:

  1. So ein Hut kann einen Männerkopf ungemein aufwerten. Aber: Bitte nicht diese kleinen Hütchen, diese Porkpies. Der Einzige, der das tragen konnte und nur in seiner Rolle nicht lächerlich wirkte, war Gene Hackman in French Connection. Siehe hierzu auch Erich Virch https://virchblog.wordpress.com/2013/02/22/aufschrei-wg-zu-enger-hutchen/

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  2. Jetzt mal ganz im Ernst: Sehen Männer mit Hüten nicht viel besser aus? Ich meine jetzt nicht diese doofen Base-Caps, mit denen jeder Bankangestellte aus Unna aussieht wie ein Treckerfahrer in Kentucky. Ein richtiger Hut! Männer, traut Euch!

    Hundertwasser fände das super, wenn er noch leben würde.

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