Dienstag, 30. August 2016

Anfang und Ende

„Häufst du Gold und Jade zu einem Schatz, wird ihn keiner mehr behüten können.“ (Die Rebellen vom Liang Shan Po)
Ich sage es gleich am Anfang: Es ist gut. Wir dürfen Unternehmen, die uns das Abendmahl der Arbeitsplätze austeilen, nicht behindern, wenn wir am Evangelium des Profits teilhaben wollen. Okay, das war nur Spaß.
2014 hat Apple auf eine Million Euro Gewinn – nicht Umsatz, Gewinn! – ganze fünfzig Euro Steuern gezahlt. Man nimmt einen Koffer Geld entgegen und wirft einen Geldschein in die Spendenbox. „Für die Angestellten“ heißt es im Casino von Monte Carlo, wenn man einen Jeton liegenlässt.
Idioten wie das Gasthaus um die Ecke oder der Bäcker zahlen dreißig Prozent Steuern. Das wären dreihundert Tausend Euro bei einer Million. Aber so viel Geld werden die kleinen Krauter sowieso nicht verdienen. Sie haben auch keine Anteilseigner in der Oberschicht, die als Apple-Aktionäre natürlich reiche Beute gemacht haben.
Wer praktisch keine Steuern zahlt, drückt die ehrlichen Dorftrottel langfristig an die Wand. Das bezeichnen bestenfalls noch Zyniker als freie Marktwirtschaft. Der Kapitalismus frisst sich selbst, die Gier der Konzerne zerstört die Umverteilung der Mittel, die erst die Mühlen der Gesellschaft am Laufen hält.

1 Kommentar:

  1. "Freie Marktwirtschaft" wurde in Dt. ab 1998 ersetzt durch "Marktkonforme Demokratie".
    Hat "uns Angela" mal erwähnt. Hat aber fast niemand hingehört, oder sogar begriffen.
    UK hatte sich durch Thatcher bereits in den 80ern von frei, sozial und Marktwirtschaft verabschiedet und das Modell „verborgene Finanzdiktatur“ der USA übernommen, die seit Andrew Jacksons Präsidentschaft (1829 – 1837) die USA bereits politisch und gesellschaftlich beherrscht. Das mit Jackson hat entweder FDR oder Truman mal gesagt.

    Wenn eine angebliche Gemeinschaft/Union Staaten wie Irland, Lux, NL (mit seinen Steueroasen in Übersee) eigene Steuergesetzgebung erlaubt und erst Jahre später bemerkt, das dieses Gebaren doch tatsächlich gegen das eigene EU-Wettbewerbsrecht verstößt, dann darf man sich nicht wundern.

    Die befassten nationalen und EU Politiker wundern sich auch nicht, die wussten und wissen das. Wundern tun sich von Zeit zu Zeit „mündige“ Bürger, die dieselben Politiker immer mit Mandaten versorgt haben.

    Passend zum Wettbewerbsrecht: Hamburg und Schleswig-Holstein stützen seit Jahren die HSH-Nordbank mit Bürgschaften. Das verstößt gegen das gleiche Wettbewerbsrecht der EU, wegen dem seinerzeit die WestLB in NRW durch EU und Schäuble kaputt gemacht wurde.

    Alles marktkonform...

    Dazu gehört auch, das Jacob Lew der EU droht, weil die EU-Wettbewerbskommission endlich gegen Apple, Starbuck und andere US-Konzerne, die alle mehrheitlich durch US-Vermögensverwalter (wie Black Rock, etc.) gesteuert werden, vorgeht.

    Aber vielleicht ist das nur ein deutscher Zwergenaufstand unter Mithilfe der EU, der Versuch einer Retourkutsche wegen VW....

    Wallstreet wird das alles schon einordnen können und beantworten lassen. Dafür bezahlt man ja seine US-Administrationen!

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