Mittwoch, 6. Juli 2016

Blogstuff 53

„Ich glaube nicht an Heilslehren und Einseitigkeiten, nicht an das Niederbrüllen von Ungläubigen und an den einen, alles entscheidenden Menschheitsfehler. Ich glaube nicht, dass alles in Wirklichkeit ganz einfach wäre, wenn man nur die Richtigen kaltstellt oder wegschafft oder fertigmacht, kastriert oder abknallt. Ich glaube auch nicht, dass ich oder irgendjemand sonst sich von einem aufgehetzten, vielfach uninformierten Mob das Maul verbieten lassen sollte.“ (Thomas Fischer)
Hätten Sie’s gewusst? Wenn ich twitter, den Internet-Telegrammdienst, nutzen würde, wo die überflüssigen Mitteilungen auf 140 Zeichen beschränkt wären, würde es die Rubrik „Blogstuff“ gar nicht geben.
„Ich habe zehn Jahre an der Maschine gearbeitet, die die Löcher in die Donuts stanzt. Ich weiß, wovon ich rede.“
Bin ich der einzige, der an Bondage denkt, wenn er Mandarinen in einem Netz sieht?
Sibylle ist so ein Name – wie Libyen -, den ich immer flasch schreibe.
Seine Fersen waren so verhornt wie bei einem Watussi-Krieger, der noch nie in seinem Leben Schuhe getragen hat.
Der Juni war in unserem Tal das, was man in Indien Monsun nennt. Hits des Monats in der Verbandsgemeinde Stromberg waren „Perfekte Welle“ von Juli, „Die Flut“ von Joachim Witt und „Durch den Monsun“ von Tokio Hotel.
Endlich hälst du die Schatzkarte in den Händen, aber es ist so dunkel, dass du nichts auf ihr erkennen kannst.
Bei manchen Menschen erkennt man die Dummheit erst an ihrem Lachen.
Welche Kunstform der Urmensch wohl als erstes erfunden haben mag? Musik und Tanz? Das Erzählen von Geschichten? Die Malerei? Das Formen einer Skulptur nach dem Motto „Heute mache ich mal was anderes als einen Faustkeil“? Ich habe keine Ahnung von diesem Thema, aber ich glaube – und ein bisschen hoffe ich es auch -, dass die Kunst von Anfang an etwas mit Gemeinschaft zu tun hatte. Kein Erzähler ohne Zuhörer, kein Musiker ohne Tänzer, keine Höhlenmalerei ohne Diskussion über Inhalt und Darstellungsform. „Wie hast du den Säbelzahntiger abgeschüttelt?“ – „Können wir das Lied nochmal singen?“ – „Warum machst du den Stier nicht rot?“
Es ist doch ein Unterschied, ob mir um Mitternacht Reste von Cashewnüssen oder Reste von einem Snickers in den Zähnen hängen. Wen kann man im Notfall anrufen, um diese Frage zu klären, wenn man sich nicht mehr die Zähne putzen will?
Was ich in meiner Zeit als Wissenschaftler und Berater gelernt habe: „Prognosen“ sind Politik. Sie sollen etwas in der Gegenwart bewirken – ihre Treffsicherheit für die Zukunft interessiert niemanden. Sie gehören zu den Kurzläufern für das politische Tagesgeschäft, man sollte sie mit dem gleichen Ernst betrachten wie Wettervorhersagen für das nächste Jahr.
Frage: Wo endet bei einem Hund eigentlich die Schambehaarung und wo beginnt das Fell?
Fjord des Tages: Der Geirangerfjord in Norwegen. „Astrein.“ (Andy Bonetti)
Kommunismus aktuell: In Pjöngjang wurde die erste Videothek Nordkoreas eröffnet. Es gibt insgesamt acht Filme über Kim Il Sung auf Betamax.
Eine Kontrollgruppe von Rheinhessen, die ein Jahr lang keinen Wein bekam, hatte keinen signifikant höheren IQ.
An manchen Tagen sind mir die Menschen, die etwas für Geld machen, lieber als die Menschen, die etwas aus Überzeugung machen. Am Ende nutzt der kühl kalkulierende Windparkbetreiber doch den begeisterten Windkraftanbeter nur aus. Stoisch betrachte ich die Gier, die den Fanatismus besiegt. Aber für den Unternehmer bin ich wenigstens bedeutungslos, während mich der Umweltaktivist permanent überzeugen möchte.
The Doors - L. A. Woman. https://www.youtube.com/watch?v=WwnLt6b7YHk

OL

Kommentare:

  1. An meinem alter Hund, der jetzt in den ewigen Jagdgründen rumjagd, konnte man an der Sackbehaarung abschätzen, ob der Winter hart wird oder der Sommer sehr warm.
    Viele Haare ende November = harter Winter.
    Das war statistisch signifikant, um den Ausdruck "echt jetzt" zu vermeiden.

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  2. Lieber Matthias, viel zu viele, eminent wichtige Themen hast Du durch Deine Gedanken angestoßen.

    So bleibt mir nur der für mich wichtigste Kurzkommentar:

    Wer könnte Facebook hacken umd die Mtteilungsgrööße dort auf maximal 3 Zeichen zu begrenzen?
    Dann blieben begrenzte Möglichkeiten der Beleidigungen und nichtssagenden idiotien wie:
    FY, WTF, o.ä. über.

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