Samstag, 18. Juni 2016

Tarot für Trinker

„Bin ich erst mal in Bayreuth, Himmel, wie werde ich trinken!“ (Jean Paul)
„Wie der Kompass seine Nadel, richtete Jean Paul sein Leben nach der Verfügbarkeit von gutem Bier aus; er war der unglaublichste Gerstensaftverehrer der deutschen Kulturgeschichte – das Johanisser aus Bayreuth liebte er besonders. Zum Studium musste er sein geliebtes Franken verlassen, danach Karriere machen, in Weimar etwa, wo er 1798 Star der Saison war. Man riss sich um seine Gesellschaft mehr als um die Goethes. Jean Paul aber war nicht recht wohl. Zwar gab es Wieland, Herder, Schiller, Goethe – aber eben kein Bayreuther Bier.“ (Wolfgang Hörner)
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Das Kronkorken-Tarot
Weltexklusiv!
Ich habe es mir gerade gelegt. Da ist zunächst einmal das Schiff (Flensburger) – eine Reise steht bevor. Dann kommt der rote Stern (Heineken), der bedeutet, dass alles unter einem guten Stern steht. Als nächstes drehe ich den roten Bären um, der drei Gläser Bier trägt (Berliner Pilsener). Es geht also nach Berlin, wo ich mit Freunden feiern werde. Es folgt der Schlüssel (Beck’s). Was bedeutet er? Welches Tor öffnet er? Gespannt drehe ich den nächsten Kronkorken um. Die Harfe (Guinness). Es erwartet mich Musik. Werde ich ein Konzert besuchen? Oder trinke ich in einer Kneipe mit Live-Musik? Etwa eine Disco – in meinem Alter? Dann brauche ich auf jeden Fall den Schlüssel, um am Türsteher vorbeizukommen. Vielleicht ist dieser „Schlüssel“ eine schöne Frau? Ich denke an das Tannenzäpfle von Rothaus. Nein, es kommt alles ganz anders: ein älterer Herr prostet mir zu (Bitburger). Da werde ich vermutlich bei einem alten Freund mit einer veritablen Plattensammlung landen. Und jetzt der zentrale Schicksalskronkorken … Trommelwirbel … Es ist … Held-Bräu. Aus Franken. Der Ritter. Das bin ich – als Biertrinker. Das passt schon. In diesem Sinne: Prost!
Albert Hammond – The Free Electric Band. https://www.youtube.com/watch?v=EnF1CGsiqsI
“My future in the system was talked about and planned
but I gave it up for music and The Free Electric Band”

Kommentare:

  1. Wieder was gelernt: Das Münchner Kindl hat in den letzte Jahrzehnten das Geschlecht gewechselt. Ist das dieser Genderwahn, von dem alle schreiben?

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    1. Ich habe es sicherheitshalber auf Tannenzäpfle geändert - auch wenn ich von dem Bier nichts halte. Das Münchner Kindl ist ein Mönch, auch wenn er auf Festen gerne von Frauen dargestellt wird.

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    2. P.S.: Im Münchner Wappen hat er ja einen Mao-Bibel in der einen Hand und macht ZDF-Werbung (zwei Finger) mit der anderen ...

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    3. Nein, du hast ja recht. Früher war's ein Mönch, dann ein Kind, inzwischen ist's eine junge Frau. Ich habe schmerzhaft festgestellt, dass ich komplett von gestern bin.

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    4. (Für das Münchner Kindl am Rathausturm stand der Volksschauspieler Ludwig Schmid-Wildy als Kind Modell. Immer wenn ich (den späten) Ludwig Schmid Wildy in einem alten Film sehe, muss ich an meinen Großvater denken, den ich sehr ähnlich in Erinnerung habe...)

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