Montag, 27. Juni 2016

Die Abenteuer von Eike, dem kleinen Eierbecher

„Immer wieder schleichen sich diese miesen kleinen Pointen in meine Texte wie der Vietkong. Was wäre für ein Schriftsteller aus mir geworden, wenn ich ernst geblieben wäre?“ (Johnny Malta)
Dies sind die Abenteuer von Eike, dem kleinen Eierbecher, der in einem freundlichen Haus am Rand des Hunsrücks lebte. Die meiste Zeit verbrachte er mit seinen Brüdern und Schwestern in einer dunklen Höhle, einer Art Stall aus Holz. Er wusste nicht genau, wie er diesen Ort beschreiben sollte. Seine Eltern kannte er nicht. Es hieß, sein Schöpfer habe ihn aus Porzellanerde, Feldspat und Quarz erschaffen.
Sonntags, ganz selten auch einmal an anderen Wochentagen, durfte Eike mit seinen Geschwistern hinaus auf den Esstisch. Der Raum, in dem dieser Esstisch stand, war sehr groß und hell. Auf dem Tisch standen noch andere Verwandte wie die Kaffeekanne, die Teller Brothers und die Tassen Girls. Dann gab es glänzende Gegenstände aus Metall, manche gebogen und rund, manche wie der Dreizack des Poseidon, andere wiederum länglich mit einer scharfen Kante. Das war ja eine richtige Party hier.
Da sah Eike, der kleine Eierbecher, eine offene Schiebetür, die vom Esszimmer direkt in den Garten führte. Er überlegte nicht lange und ließ sich vom Tisch auf den flauschigen Teppich rollen.
Im Raum war nur ein Menschenkind und es rief: „Der Eierbecher läuft weg.“
Aber Eike verstand ihn nicht, denn Porzellan und Mensch sprechen nicht die gleiche Sprache. Und die erwachsenen Menschen, die gerade in der Küche waren, glaubten so einen Unsinn natürlich nicht.
Eike schlüpfte leise zur Tür hinaus und versteckte sich hinter den Tulpen. Als er sah, dass niemand ihm folgte, machte er sich auf den Weg durch den Garten. Dann kroch er unter dem Jägerzaun hindurch auf den Bürgersteig.
Wenig später war er an der Hauptstraße und wurde beim Trampen nach Gütersloh mitgenommen.
Fortsetzung folgt
Eierverschenkmaschine bauen - Heimwerkerking Fynn Kliemann. https://www.youtube.com/watch?v=a0qGERVcC9E

Kommentare:

  1. Freue mich schon auf die Fortsetzung.

    Vielleicht trifft er ja irgendwann in Friesland oder so ein und trifft Saike, das Eierstreuerkind, Heike, das Handtuch etc. Für Hühnerprotagonisten kannst du bestimmt beim Landlebenblog spicken.

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    1. Tatsächlich spielt die Liebe eine große Rolle in der Fortsetzung. Mehr wird aber nicht verraten.

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    2. Oh, dann habe ich es missinterpretiert :( Ich dachte in meiner Erwartung eher an so was wie Abenteuerstory und Rabaukenbande. Schnulzen darf ich leider nicht lesen, die machen mich immer aggressiv.

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  2. Da bin ich dann mal gespannt. Entwickelt sich das evtl. noch zu einem Krimi?

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    1. Das hängt ganz von dir ab. Ja, von dir. Dazu am Mittwoch aber mehr. In Folge 3.

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  3. Oh Scheiße!Ist das etwa der Eierbecher, den ich vorhin in der Nähe von Gütersloh überfahren habe?
    Täte mir leid.
    Hat ja vielleicht doch hoffentlich ein Geschwister, das dem schlechten Beispiel dieses rock´n rollers gefolgt ist?

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  4. "Andy Bonetti, der Meister der spitzen Feder, versucht sich an einem pfiffigen Kinderbuch für Menschen von 3-99. Natürlich kommen Humor, Bondage-Erotik und sinnlose Gewalt bei den putzigen Abenteuern des "Eier"-bechers nicht zu kurz. Sackstark!" (Ich dachte, ich schreib schon mal den Klappentext.)

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    1. Du bist auf jeden Fall schon mal für den Klappentext gebucht. "Bondage" ist natürlich ein gutes Stichwort. Ich denke immer wieder über das Thema nach, wenn ich mir ein Netz voller Mandarinen in den Einkaufswagen lege ...

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    2. Erstklassiger Klappentext!

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