Samstag, 16. April 2016

Blogstuff 36

„Frankfurt. Buchmesse. Der Unterschied zwischen einem Pferd und einem Autor: das Pferd versteht die Sprache der Pferdehändler nicht.“ (Max Frisch: Tagebuch 1966 – 1971)
Eine Bürgerwehr ist ein Haufen übergewichtiger Männer – und es sind grundsätzlich nur Männer – mit geringem Einkommen und noch geringerer Intelligenz, die mindestens seit zwei Jahren keinen Sex mehr hatten. Sie beschaffen sich einheitliche Jacken, lungern im Dunkeln an irgendwelchen Ecken herum und erschrecken die Passanten mit ihrer bloßen Anwesenheit. In Amerika würde man sie als Gang bezeichnen.
Von Bonetti heißt es, er sei als Neugeborenes in einem Weidenkorb am Meeresufer ausgesetzt worden. Und nach einigen Metern wäre der Korb mit einem Eisberg kollidiert.
Wenn einem Werbemenschen nichts einfällt, formuliert er einen ganz kurzen Satz und setzt hinter alle Worte einen Punkt.
„Ein Traum ist ein Traum, solange er ein Traum ist. Wenn du ihn dir erfüllst, ist er für immer verschwunden.“ (Andy Bonetti: 99 Weisheiten für den eiligen Leser; legendär ist der erste Satz dieses Traktats: „Es ist einfach großartig, Andy Bonetti zu sein.“)
Hätten Sie’s gewusst? Vor 25 Jahren wurde der Kosmonautin Ludmilla Popov auf der Raumstation Sojus 7 die erste Dauerwelle im Weltall gelegt.
Bevor Heinz Pralinski zu Bonetti Empty Promises Unlimited kam, ist mit einer Farm in Apulien gescheitert, auf der er Baby-Mozarellas züchten wollte.
Der kleine A: Ich kann Judo. – Der große B (lacht): Ich muss nur irgendein Körperteil von dir in die Hände bekommen. Und das mach ich dann kaputt.
„Sie aßen vom Brot der Habsucht und tranken vom Wein der Begierde und so wurden sie zum Sklaven der Sünde.“ (Lupo Laminetti: Das neue iPhone7 Platinum Edition)
Das Schlimme ist: Andy Bonetti sieht bereits umwerfend aus, bevor er einen Schönheitssalon betritt. Zwei Stunden später, nach der Schoko Crossies-Avocado-Vulkanasche-Gesichtsmaske, der sudanesischen Kniekehlenmassage und der Behandlung mit diesen speziellen Fischen, die einem unter Wasser die Augenbrauen kürzen, ist es nicht mehr zum Aushalten. Typen wie er würden selbst beim letzten Abendmahl noch einen freien Tisch bekommen.
„Du hast jeden Tag die Wahl: Lässt du dich vom Sturm der Neuigkeiten davontragen wie ein welkes Blatt oder schlägst du im Wissen Wurzeln?“ (Johnny Malta)
Werbung: Lesen Sie jetzt das neue Meisterwerk! Druckfrisch und ofenwarm! Andy Bonetti: „Ich habe keinen Empfang – Begegnungen in europäischen Adelshäusern, die nie stattgefunden haben“. Mit einem Vorwort von Dr. Elfriede Berzelmeier.
Es ist wie im Märchen vom Hasen und vom Igel: Ich sehe die Menschen rastlos die Ackerfurche auf und ab rennen. Wozu sie aufhalten? Sie haben Freude an der Bewegung, ich habe Freude an der Betrachtung.
Gegenwärtige Protestformen: Kiffen, Musik hören (laut), ein Riss in der Hose, Filme im Internet statt im Fernsehen gucken, gemeinsame Spaziergänge mit Themenschwerpunkt („Demo“), Frisuren und Bärte, Facebook, Online-Petitionen (wird fortgesetzt).
Es wird geschnattert und gegackert und jeder kräht von morgens bis abends von seinem Misthaufen.
Alles, was Andy Bonetti heute macht, ist in zwanzig Jahren garantiert Retro.
Die Bonettistas, die berufenen Hirten einer millionenfachen Leserschaft, haben um ein Bild des Meisters gebeten, um den tiefen Glauben seiner Fans weiter zu festigen. Hier ist es:

Andy Bonetti, der sein Volk aus der Knechtschaft von Jerry Cotton und Harry Potter ins Licht der Bahnhofsbuchhandlungen geführt hat.
So lasset uns singen:
Queen - We Will Rock You. https://www.youtube.com/watch?v=-tJYN-eG1zk

Kommentare:

  1. Bonetti-Fans fordern: Für 2017 endlich den Bonetti-Abreißkalender "Ein Anschiß für jeden Tag".

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  2. O Du Meister der kleinen Form!
    Apropos Geschnattere: es ist schlimmer. Diese Hähne glauben doch tatsächlich, dass von ihrem Gekrähe die Sonne aufgeht.

    Entspannte Grüße aus Katalonien

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    1. Du Glücklicher! Lässt du dich in Figueres von Dali inspirieren, bist du in Barcelona oder einsam am Meer?

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    2. Ich habs mehr mit dem Wind, von dem ich mich über die Küstenpfade wehen lasse. Die Seele stülpt sich nach aussen in die Augen. Und Geistlosigkeit ist sowieso der Zustand, dem wir alle verfallen sind, ohne ihn je erreichen zu dürfen.
      Ich glaube, ich sollte was langsamer mit diesem Wein hier mmachen.

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  3. Echt retro.
    (Das Beil wurde von der Berufsgenossenschaft konfisziert und durch einen Spanabheber ersetzt.)

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    1. Mit diesem Beil schlägt Bonetti seine Verse in den hessischen Marmor.

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    2. Ich hätte jetzt ziseliert geschreiben.

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