Mittwoch, 17. Februar 2016

Ablasshandel

Wir betreiben einen verbalen Ablasshandel, wenn wir fordern, dass die Ursachen der Flucht und all des anderen Elends auf der Welt bekämpft werden müssen. Wir richten eine Forderung an die politischen und ökonomischen Eliten der Welt so wie ein Kind einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann schreibt. Die Ursachen liegen in Armut und Ausbeutung, Ungleichheit und Krieg. Dafür ist wiederum der entfesselte globale Kapitalismus die Ursache. Eine Binse, ich weiß. Aber keiner zieht die Konsequenzen. Jeder von uns kann jeden Tag die Ursachen bekämpfen. Aber dann kostet eine Jeans eben zweihundert Euro und das Kilo Bananen zehn Euro. Dann haben Sie eben nur drei Hosen im Kleiderschrank und nicht dreißig. Es wird weniger Obst weggeworfen, weil es wertvoller geworden ist, oder man besorgt sich seine Vitamine wie unsere Vorfahren beim Bauern um die Ecke. Wir sind noch lange nicht an dem Punkt, an dem wir die Notwendigkeit des Teilens erkannt haben.