Montag, 11. Januar 2016

Lemmy, Bowie und warum die Welt so ein beschissener Ort geworden ist

„In 1968, Bowie was a gay, ginger, bonk-eyed, snaggle-toothed freak walking around south London in a dress, being shouted at by thugs. Four years later, he was still exactly that – but everyone else wanted to be like him, too.” (Caitlin Moran)
Ich habe noch nicht einmal den Tod von Lemmy Kilmister verarbeitet, dessen Lebensstil mir immer ein Vorbild gewesen und dessen Musik mir bis heute eine Stütze geblieben ist. Und jetzt verlässt uns David Bowie. Keine Woche vergeht in meinem Arbeitszimmer ohne seine Musik. Unsere Helden sterben und niemand tritt an ihre Stelle. Warum? Weil diese durchgeknallten Freaks, diese Musik-Fanatiker früher in den Clubs, bei Konzertveranstaltern und den kleinen Plattenlabels auf ihresgleichen getroffen sind. Den Rest besorgten die Fans. Heute sitzen seelenlose Krämer und anderes neoliberale Ökonomenpack in den Chefetagen großer Medienkonzerne und schicken ebenso seelenlose Monster auf die Bühne, mit deren Namen ich meinen Blog nicht kontaminieren möchte. Lemmy und Bowie waren Künstler, die Popsternchen von heute sind Außendienstmitarbeiter. Uns bleibt die Musik der alten Helden. Wir sind eine Generation von Erben, keine Generation von Schöpfern. Und die nächste Generation wird noch nicht einmal das von sich behaupten können.
David Bowie – Changes. https://www.youtube.com/watch?v=pl3vxEudif8

Kommentare:

  1. In der Tat ein trauriger Tag.

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  2. Ein Mitglied der Scherben ist Labelchef von Indigo, die Jungs müssen nicht darben.Krämer und Geldhaie sind sie wohl alle in der Branche, auch schon vor 30 Jahren außerdem ist Musik heute genauso vielfältig wie damals.Das Problem ist, rein mathematisch gehen der Menschheit die Melodien aus.

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    1. Klingt so, als würden uns Schriftstellern rein mathematisch die Geschichten ausgehen, weil es eine limitierte Anzahl von Buchstaben gibt und wir immer wieder dieselben Plots aufwärmen. Vielleicht sterben ja auch die Papageien aus, weil sie immer dieselbe Scheiße pfeifen? Vielleicht sterben ja auch die Kapitalisten aus, weil sie uns jeden Tag denselben Mist andrehen? Wer weiß das schon? Mit Sicherheit kein Mathematiker ...

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  3. (Nicht nur) ab 26:50 Gänsehaut:

    https://www.youtube.com/watch?v=aY54qW7SK8Y

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    1. "Ashes to Ashes" - das war mein erster Bowie-Song. Der hat mich angefixt. 1980. Läuft in dieser Sekunde auf 3Sat (und freundlicherweise ruft mich ein anderer Bowie-Fan rechtzeitig an, der bei 3Sat arbeitet und immer mit mir nach Franken fährt).

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    2. Mein erster Bowie-Song war "Rebel Rebel", hab mir damals vom Taschengeld auch die Single gekauft. Aber der "Man who sold the world" spukt vom Anfang der 70er noch im Kopf als erste Bowie-Erinnerung herum. Hatte mein älterer Bruder, mit dem ich mir während der Kindheit 12 Quadratmeter teilen musste, wahrscheinlich auf Tonband. :-)

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  4. Das hast Du schön geschrieben. Danke.
    Viele Grüße von Ruthie, die auch traurig ist...

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    1. Danke, Ruth. Da du dich als mittelalt und mittelbegabt beschreibst, bist du hoffentlich auch nur mitteltraurig. Du darfst dir einen von meinen Haferkeksen nehmen, das hilft mir in solchen Situationen immer.
      Herzliche Grüße nach Oberbayern von Johnny Malta, Andy Bonetti e tutti quanti

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  5. Lemmy.....Hm...
    Habe mal im TV seine Wohnung gesehen.
    Im Rahmen einer Reportage.
    Alles voll mit Wehrmachtszeug, Hakenkreuzen und was sonst noch so dazu gehört.
    Weiß nich.........
    War jedenfalls nicht meine Musik, oder erst nach 10 Bieren.
    Außerdem entsteht heute durchaus noch neue Musik.
    Nur ist das neue Zeug nicht mehr so Plakativ wie damals.
    Nix mehr "die Musik wird heavy und es macht ram bam".
    Eher sehr weiche, feinfühlige und poetische Sachen.
    So wie halt auch die Leute heutzutage sind.
    Weicheier.

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  6. Ich halte ja Let's Dance für eine gnadenlos gute Scheibe.
    Richtige Fans rümpfen da ja die Nase.
    Wenn Experten wie Stevie Ray Vaughan oder richtige Jazzer wie Omar Hakim "einfache" Musik spielen, nur 1-2-3-4, dann klingt sogar so etwas einfach super.
    In etwa so, wie wenn ein Sternekoch Kartoffelsalat macht.

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    1. "Put on your red shoes and dance the blues." (David Bowie)

      Wer das Video von "Let's Dance" und die Platte nicht begriffen hat ...

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    2. Ahh...sinn wa wieda inner Raucherecke ?
      Wie damals im Gymnasium.
      Haben Wir mal wieder die Deutungshoheit ?
      Wie mit 17 ?
      "Bei Wagner muss ich kotzen und bei Mozart werd ich krank" ?
      Muss an einen Kumpel denken, Schlagzeuger und Musikhändler.
      War immer der Obermotz und wusste Endchefmäßig bescheid. In Musik.
      Jetzt lebt er von Harz IV im Haus seiner Eltern.

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  7. Antworten
    1. Stimmt. Das gilt aber auch für etliche schlimme Fäkalparasiten wie ... (bitte einen Namen einsetzen)

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