Dienstag, 12. Januar 2016

Gesammelte Anmerkungen zum Thema Ernährung

"Ich esse kein Wiener Schnitzel. Mir tun die Wiener leid." (Andy Bonetti)
Wir verlieren von Generation zu Generation das Wissen über die Herstellung von Grundnahrungsmitteln. Meine Großmutter hat die Kartoffeln, das Gemüse und die Erdbeeren für den Nachtisch noch aus dem Garten geholt. Für den Winter wurde „eingemacht“ und den Feldsalat hat sie tatsächlich von einer Wiese am Waldrand geholt. Wozu in den Supermarkt gehen? Das Zeug wächst doch überall. Früher gab es auf dem Land noch jede Menge Nebenerwerbsbauern, die für ihr Obst und Gemüse ordentliche Preise bei der Genossenschaft erzielt haben. Selbst in den Städten hatten die Leute Hühner oder eine Kuh im Hinterhof. Alles vorbei, lohnt sich nicht mehr. Die Preise sind total im Keller. Nicht nur für den Freizeitlandwirt. Die kleinen Bauernhöfe und Weingüter gehen reihenweise vor die Hunde. Und der Nachwuchs hat sowieso keine Lust mehr auf die Arbeit in der Sonne, an der frischen Luft und mit echter Erde. Das Wissen zum Thema Ernährung konzentriert sich in wenigen Großbetrieben und Konzernen, von denen wir gnadenlos abhängig sind. Abhängig gemacht worden sind. Und wir haben nichts dagegen getan. Hauptsache billig und bequem. Und die Thermomix-Generation, die gerade heranwächst, wird noch nicht einmal kochen können …
Zum fortschreitenden Prozess der Individualisierung gehört auch, dass mehrere Menschen nicht mehr die gleiche Nahrung zu sich nehmen können. Sofort beginnt jeder, seine persönlichen Unverträglichkeiten und Vorlieben aufzuzählen. Früher wurde ein großer Suppentopf auf den Tisch gestellt und jeder Gast bekam seinen Teller voll geschöpft, heute kocht jeder sein eigenes Süppchen. Neulich sah ich in einem Restaurant neben der Speisekarte eine Broschüre zum Thema Allergene, quasi der Beipackzettel zu den angebotenen Gerichten.
„Pommes“ heißt eigentlich „Äpfel“, wenn man es aus dem Französischen übersetzt. Aber dieses Synonym für frittierte Kartoffelstäbchen ist aus unserem Wortschatz nicht mehr herauszubekommen.
Apropos Äpfel: Warum essen wir so viele Äpfel und warum steht überall Apfelsaft auf der Getränkekarte? Birnen schmecken viel besser und Birnensaft ist richtig lecker. Probieren Sie mal wieder eine Birne! Ich empfehle die „Köstliche aus Charneux“, eine zweihundert Jahre alte belgische Züchtung, und von den neuen Sorten die „Concorde“. Leider bietet der Handel nur eine geringe Auswahl und im Regelfall sind die Früchte noch unreif und hart. Falls Sie einen eigenen Garten haben, pflanzen sie einen Birnbaum und ernten sie die süßen und saftigen Früchte einfach selbst. Vorsicht - und das ist kein Witz: Birnen sind ungesellig. Bitte nicht in der Obstschale oder im Keller neben die Äpfel oder andere Früchte legen, da sie ansonsten schnell nachreifen und verderben.
Ich habe in meinem Leben schon so viele Konservierungsstoffe gegessen – ich werde bestimmt hundert Jahre alt.
Neulich habe ich mich gewogen. Neunzig Kilo. Respekt! Allerdings ist meine Waage von VW …
Studien-Tipp: Käsewissenschaft mit Nebenfach Hobelwesen an der Università di Grana Padano in Cremona, Abschluss als Cheese Grandmaster.
P.S.: Kennen Sie eigentlich „Cremona-Särge“? Für Biker?!
http://www.cremona-sarg.de/produkte/cremona-saerge/biker/
Mir persönlich gefällt ja der Strandkorb sehr gut. Weil die Assoziation Tod => Beerdigung => Strandkorb eigentlich naheliegend ist:
http://www.cremona-sarg.de/produkte/cremona-saerge/strandkorb/
P.P.S.: Wir Menschen fressen nicht nur alles, wir sind selbst Opfer. Es gibt Tiere, die uns fressen, vergiften oder mit tödlichen Krankheiten infizieren. Ich habe neulich mal eine Top Ten-Liste zu dem Thema gelesen. Und wissen Sie, wer auf Platz 1 unserer tödlichen Feinde war? Ein gewisser Homo sapiens. Muss ein ganz fieser Typ sein. Möchte ich echt nicht in der Nachbarschaft haben.
„Wir fressen einander nicht, wir schlachten uns nur.“ (Georg Christoph Lichtenberg)
The Prodigy – Breathe. https://www.youtube.com/watch?v=6_PAHbqq-o4

Kommentare:

  1. Krumbeere, Grombiera, Erdapfel
    Hauptsach wir wisen was da in den Thermomix reinkommt.

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  2. Der Verlust von Wissen über Grundnahrungsmittel hat auch Vorteile. In meinem "Kaisers" werden gerne junge Studenten beschäftigt. Unlängst habe ich für einen ordendlichen Kopf Radicchio nur 25 Cent bezahlt. Grund: Er wurde mir als Rotkohl abgezogen.
    Hinter vorgehaltener Hand wurde ich letzte Woche im peinlichen Flüsterton gefragt, was das grüne Kraut eigentlich sei, damit sie den Preis in der Liste nachsehen könnte. Es handelte sich um Petersilie.

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    1. Das ist noch nix gegen Aldi. Da haben sie manchmal Kokain in den Gemüsekisten ;o)))

      "Na gut, ich nehme hundert Gramm für 1,99."

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  3. Dieser Text ist kein Unfug. Aber was ist "kochen" bitte schön?

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