Dienstag, 26. Mai 2015

Kommando Petra Kelly

Die fundamentalistische Guerillaarmee IS erobert gerade weite Teile von Syrien und Irak. Worüber berichten die deutschen Medien in diesem Zusammenhang? Das UNESCO-Weltkulturerbe Palmyra, die Ruinen einer antiken Stadt, sei bedroht – und die letzten drei Waldrappe, eine in Syrien seltene Vogelart. Das bisschen Krieg, Massenmord, Sklaverei und Vergewaltigung kann da schon mal unter den Tisch fallen. Mitleid haben wir mit Tieren und Steinen – nicht mit den Opfern oder gar den Kriegsflüchtlingen, die an unsere Tür klopfen.
Wir sollten an diesem Punkt mit typisch deutscher Gründlichkeit und erbarmungsloser Konsequenz weiterdenken. Wir stellen ein Kommando aus erfahrenen Kämpfern für den Umweltschutz zusammen und lassen es vom amerikanischen Militär nach Palmyra bringen. Wir holen die drei gänsegroßen Schreitvögel mit den hässlichen Gesichtern da raus! Vielleicht können wir sogar noch ein paar Eier retten. Wie süß … Wir bringen die Tiere in einen deutschen Zoo. Vielleicht irgendwo in Sachsen, das mit der Erfüllung seiner Flüchtlingsquote einige Probleme hat. Der Bundespräsident erscheint persönlich und übernimmt eine Tierpatenschaft.
Wir tun etwas für Mutter Natur – und beweisen nebenbei, wie gut wir Deutschen doch sind.
P.S.: Für die jüngeren Leser: Petra Kelly war eine prominente Grünen-Politikerin der ersten Stunde. Sie wurde von ihrem Lebensgefährten, dem Panzergeneral Gert Bastian, 1992 erschossen.

Kommentare:

  1. Es gab mal eine Punkband, die Petra Kelly Army hieß (damals lebte sie aber noch). Die hatten aber wohl eine andere Agenda.

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    1. Wie bitte? Hab ich noch nie was von gehört und Spuren im www zu diesem Namen gibt es auch nicht.

      Sie meinen doch wohl nicht etwa die Kelly Family. Die haben zwar keinen Punk gemacht aber deren Agenda war zweifelsohne eine durchaus Andere als die von Petra Kelly ... ;-)

      Die einzigen gemeinsamen Schnittstellen von der Musik-Gruppe und der Petra Kelly waren deren starke biographischen Verbundenheiten zu den USA.

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    2. Hmm. Einfach mal mit Anführungszeichen googlen, da finden sich dann ein paar Links zu Tapesamplern. Es gab mal eine US-Band Jodie Foster Army, das war wohl die Anregung damals. Aus den frühen 80ern gibt es aber noch einige Dinge, die sich nicht im Web finden lassen. Existiert haben sie aber trotzdem...

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    3. Geht klar! Jetzt hat´s gefunkt ... :-).

      Ist zwar nicht viel zu finden über die Gruppe aber immerhin, - auf dem C-90-Tape-Sampler "WIR SCHLAGEN DAS IMPERIUM (1984)" zusammen mit den "Maniacs" und "Dreckmüll" sowie weiteren rund 45 Bands zu hören ... wer´s braucht ...

      http://www.killfromtheheart.com/albums.php?id=10529&rec_type=comp

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    4. @ Acker

      Schöner Musiktipp. 1984 habe ich das Wahlalter erreicht und habe bis 1998 tatsächlich grün gewählt ... heute bin ich schlauer ;o)

      @ Tano

      Du hast mir doch den Kranoldplatz empfohlen. In vier Wochen bin ich wieder in Berlin. Kannst du das Ferdinand 34 als Lokal in dieser Ecke empfehlen oder was ist deiner Meinung nach in der Gegend der Ort, wo man sich nach einem Rundgang niederlassen könnte?

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    5. Also wir reden vom Kranoldplatz in LIO (nicht der in Neukölln).

      Das ´Ferdinand 34´ kenne ich vom "durch-die-Scheibe-gucken". Macht einen vernünftigen aber sterilen Eindruck und ist mir nicht kiezig genug. "...gehobene mediterrane und moderne Landhausküche ..."? Damit kann ich wenig anfangen, außer vielleicht, daß man am besten seine Kreditkarte bereit hält ... Im selben Haus ist ein gut sortierter aber sauteurer Bioladen.

      Der Wochenmarkt ist super (2x die Woche) mit einem phantastischen Currywurst-Stand und am anderen Ende der Ferdinandstraße ist das süddeutsche/österreichische "Restaurant Kastanie". Dort bin ich ebenfalls ab und an. Der Laden hat Flair, das Essen ist gut und die Preise sind angemessen-gnädig http://www.kastanieberlin.de/ .

      Kurfürsten- Ecke Frobenstraße gibt es eine uralte und gemütliche Familien-Bäckerei mit einigen Plätzen vor der Tür (Josef Woyczechowski Bäckerei & Konditorei ) und kleinen Speisen. Das ist Kiez so wie er sein sollte mit hohem Erholungswert. Etwa 200 Meter von der Kastanie entfernt. Der Rest steht dann bei Google (auch bei den Bildern) ...

      Das "Stellwerk" direkt an den Gleisen ist originell aber irgendwie zu laut und auch ein klein wenig zu antiseptisch http://www.stellwerk-berlin.de/ . Die Preise sind ortsüblich angemessen ... Haben eine gute Cocktailbar, wer´s braucht ... ;.).

      Viel Spaß und guten Appetit

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    6. Vielen Dank! Ich werde an dich denken, wenn ich in der Kastanie sitzen. Die haben Jakobsmuscheln auf der Karte, wie meine alten entzündeten Augen gerade gesehen haben. Bekommt man ja nur selten, eine echte Delikatesse. Und beim Bäcker runde ich die Sache mit einem Stückchen Kuchen ab. Ich freu mich schon. Danke nochmal :o)

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    7. Gern geschehen! Informiere Dich aber zuvor nach den Geschäftszeiten der jeweiligen Lokalitäten, um unnötige Überraschungen zu vermeiden.

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  2. Die näheren geschweige denn genaueren Umstände des Todes von Petra Kelly sind nie geklärt worden. Zu vermuten sei auch ein "erweiterter Suizid" im möglicherweise gegenseitigen Einvernehmen, zumal Petra Kelly zu dieser Zeit bereits schwer erkrankt war. Ein "Letzter Wille" wurde leider weder von ihr noch von dem zu jener Zeit längst geläuterten Ex-Panzergeneral und nunmehrigen Friedensaktivisten und Bundestagsabgeordneten Bastian formuliert.

    Bekannt ist nur die tiefe Frustration der Beiden über die Entwicklung jener Partei, zu deren damaligen Erfolg sie maßgeblich beigetragen hatten.

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