Montag, 2. Februar 2015

Analstöpsel mit Fuchsschwanz

„Gerechtigkeit und Vernunft sind die großen Utopien der Menschheit.“ (Johnny Malta)
Es scheint eine unausrottbare Sucht des Menschen zu sein, sich zu unterwerfen. Die meisten Menschen brauchen etwas, das sie vergöttern können. Einen Herrscher oder einen Rockstar, eine Fußballmannschaft oder die Idee einer Nation. Irgendetwas muss immer mit großer Begeisterung bewundert und ohne jeden Sinn und Verstand verehrt werden. Die Poster von Schauspielern haben die Heiligenbilder und Fürstenporträts ersetzt. Das höchste Glück ist die persönliche Begegnung mit dem Idol. Zusammen mit tausenden anderen Anhängern jubeln sie einer Sängerin oder einem Politiker zu und eine Autogrammkarte gilt ihnen als größte Erfüllung ihrer Wünsche.
Und so darf es nicht verwundern, wenn sich die Armen in diesem Land den Reichen unterwerfen. Wie in einem Kinosaal schauen die Armen aus der Dunkelheit ins Licht, wo die Reichen leben. Mit welcher Anteilnahme denkt man an den kranken Schlagermillionär, welches Mitgefühl wird einer hochschwangeren Prinzessin entgegengebracht. Wie verkraftet X die Scheidung und Y den plötzlichen Ruhm? Wie Efeu rankt sich ein großer Teil der Medienindustrie um diese Fragen. Und diese fortwährende Unterwürfigkeit, diese kritiklose Wertschätzung ist die Ambrosia der Eliten, ohne die jenes Gefühl der eigenen Unentbehrlichkeit und Auserwähltheit gar nicht entstünde. Und dieses Gefühl ist wiederum die Basis und die Begründung, alles tun zu dürfen und sich alles nehmen zu können.
Es geht uns allen doch gut, muss man dieser Tage wieder feststellen. Unsere Reichen sind reicher als die anderen Reichen in fernen Ländern. Und unseren Armen geht es besser als den Armen anderswo. In Afrika oder anderen ungastlichen Orten bedeutet Armut Tod. In Deutschland bedeutet Armut: Übergewicht und Unterhaltung. Das Fleisch ist billig, das Brot ist billig, der Schnaps ist billig. Es gibt kostenlose Online-Spiele und Fernsehen rund um die Uhr. Auch die Armen haben Flachbildschirme, Notebooks und Smartphones. Kühlschränke und Autos, Haustiere und Zentralheizung. Brot und Spiele. Und auf dem Friedhof liegen die Angehörigen aller Schichten einträchtig nebeneinander. Was der Mensch trennt, führt die Natur wieder zusammen.
P.S.: Die Überschrift hat nichts mit dem Text zu tun. Aber Sie haben den Text gelesen. So läuft das Geschäft um das knappe und kostbare Gut der Aufmerksamkeit, meine lieben Freunde der Sonne und der Berge. Hintergrund: In meiner Dorfkneipe erfahre ich immer die wesentlichen Neuigkeiten. Kennen Sie Analstöpsel mit Fuchsschwanz? Das war neulich ein Thema am Tresen. Das gibt es bei uns in Schweppenhausen. Ich werde dieses Bild nie wieder aus meinem Kopf bekommen. Man kann sie für 19,90 Euro im Internet bestellen. Und gebraucht für das Doppelte, wie eine kreischende Frührentnerin meinte, die von achthundert Euro im Monat lebt.
Kaufen Sie „Der dritte Nippel“ von Andy Bonetti! Neu! Jetzt im Bahnhofsbuchhandel!
R.E.M. - What's the Frequency, Kenneth? https://www.youtube.com/watch?v=jWkMhCLkVOg

Kommentare:

  1. Das ist bekannt: Nichts geht über eine knallige Schlagzeile. In diesem Falle hätte ich aber noch ein paar Fußnoten mit irrelevanten Links hinzugefügt.
    Nur der Vollständigkeit halber.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. http://www.amazon.de/T-O-G-Anal-Dildo-Buttplug-Fuchsschwanz/dp/B00BYB3NRQ

      Nur für dich ;o)))

      Löschen
    2. wau wau

      und das für weniger als 20 Ocken!!einzelfzig!!

      Löschen