Montag, 1. Oktober 2012

1. Oktober 1982

Heute vor dreißig Jahren hat Helmut Kohl mithilfe finsterer FDP-Komplizen die Macht ergriffen. Seine Karriere ist schnell erzählt: Mithilfe des faschistischen Unternehmers und Kriegsgewinnlers Fritz Ries geht es in der neugegründeten CDU des Wirtschaftswunderlandes rasch voran, schon seine Dissertation kann Kohl von einem Ghostwriter schreiben lassen. „Ein Plakat der SDAJ hatte behauptet, Ries habe über Helmut Kohl gesagt: ‚Auch wenn ich ihn nachts um drei anrufe, muss er springen.’ Nach Aussage von Ries’ Schwiegersohn Herbert Krall, der samt seiner Ehefrau, Ries’ Tochter Monika, bereit war, gegen Ries in den Zeugenstand zu treten, hatte Ries den CDU-Chef noch ganz anders bewertet: als 'Hauspolitiker' der eigenen Firma, als ‚Proleten, den man freilich nötig hat’.“ (wikipedia-Artikel über Ries). In den siebziger Jahren übernahm der Großindustrielle Friedrich Karl Flick die Leitung der "Aktion Kohl", mit dem die deutsche Wirtschaft einen ihrer Männer an der politischen Spitze installieren wollte. Der Rest ist bekannt, bis über seine Dienstzeit als Kanzler hinaus ließ sich Helmut Kohl von Industrie und Medienkonzernen willfährig schmieren und hat dabei sein Ehrenwort als Grußaugust des Kapitals über das Grundgesetz gestellt, auf das er so oft geschworen hat – so wahr ihm Gott helfe. Mit Kohl begann der Abstieg der Politik. Er hat viel Vertrauen in die politischen Institutionen dieser Republik verspielt, Typen wie Roland Koch, Christian Wulff oder Freiherr von Guttenberg haben uns den Rest gegeben. Erneuerung ist nicht in Sicht, Resignation und Neobiedermeier prägen die Gegenwart. Sollte es Gott wirklich geben, wird der Oggersheimer Scheinriese bis zum jüngsten Tag in der Hölle brennen. Die letzten Jahre im Diesseits geben ihm bereits einen Vorgeschmack: die Frau in den Selbstmord getrieben, den Kontakt zu den eigenen Kindern abgebrochen, in seinem Bonzenbunker isoliert und verbittert.

Kommentare:

  1. Sehr schön! Treffender kann man das Trampel aus Oggersheim wohl historisch nicht einordnen!
    Danke! Ich bin gespannt, wann irgendein JU-Pimpf, oder gar die Schnalle Schröder Dich verklagen!

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  2. Dürfen sie gerne. Alle Fakten sind gerichtsfest, es gab ja genug Prozesse und parlamentarische Untersuchungsausschüsse in den letzten Jahrzehnten.

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